Unternehmen „Siemens & Halske Wien“ – Technologieführer in Wien

Das heutige „Siemens & Halske“ ist eines der führenden Technologieunternehmen Österreichs. Seit seiner Eröffnung in Wien erfreute es sich großer Beliebtheit bei den Bürgern der Stadt. Das Unternehmen leistete einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Entwicklung Wiens. Lesen Sie mehr über die Geschichte des Industrieunternehmens und die Besonderheiten seiner Tätigkeit auf viennaname.eu.

Wie alles begann?

Im Jahr 1849 wurden die Telegraphen der „Telegraphen-Bauanstalt“ von „Siemens & Halske“ (S&H) nach Wien geliefert und sofort in Betrieb genommen.

Im Februar 1855 reiste Werner von Siemens erstmals in die österreichische Hauptstadt. Sein Hauptziel war es, die österreichische Telegraphengesellschaft davon zu überzeugen, die von ihm entwickelte Methode der zweiseitigen Kommunikation mittels elektromagnetischer Geräte zu übernehmen.

Die große Stadt mit ihren freundlichen Einwohnern hinterließ bei Siemens einen positiven Eindruck. Seiner Frau erzählte er, die Stadt sei gemütlich, sauber und reich an großen Gebäuden und prächtigen Palästen.

Wien beeindruckte Siemens derart, dass „Siemens & Halske“ bereits im Oktober 1879 sein erstes technisches Büro eröffnete. Zu dessen Leiter wurde Arnold von Siemens, der älteste Sohn des Gründers, ernannt.

Im Jänner 1858 reisten Werner Siemens und sein Geschäftspartner Johann Halske erneut nach Wien, um neue Märkte für ihre Produkte zu erschließen.

Der Plan, verschiedene Telefonleitungen einzurichten, führte sie zum Kauf eines Grundstücks im Wiener Vorort Landstraße und zur Errichtung eines Büros mit einer kleinen Werkstatt für den Telegraphenbau.

Werner bat seinen Bruder Carl, die neue Niederlassung zu leiten, doch dieser lehnte ab. Stattdessen übernahm der Berliner Beamte David Steinert die Leitung, unterstützt vom leitenden Ingenieur August Weyrich. Sie konnten jedoch die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Im Sommer 1862 reiste Halske nach Wien, um das Geschäft aus dem Zustand zu befreien, in den Weyrich es gebracht hatte, aber es gelang ihm nicht. Im Jahr 1858 wurden das Büro und die Werkstatt von Johann Halske geschlossen.

Technologischer Fortschritt in Wien

Im Jahr 1879 begannen erneut die Vorbereitungen zur Eröffnung eines elektrotechnischen Unternehmens in Wien.

Im Herbst 1879 trafen Werner von Siemens und sein ältester Sohn in Wien ein, und neun Tage später, im Oktober, eröffneten sie eine Niederlassung von „Siemens & Halske“. Schon damals leistete das Unternehmen einen großen Beitrag zum technischen Fortschritt in Wien. Es begann mit der Entwicklung von Sicherheitssystemen für den Schienenverkehr, Wechselstromgeneratoren und der Planung von Stromübertragungsleitungen.

Stefan Zweig schrieb in seinen Memoiren, dass seit der Aufnahme der Tätigkeit des Unternehmens täglich neue Wunder der Wissenschaft und Technik in der Stadt erschienen. Die technologische Entwicklung Wiens wurde immer sichtbarer und schneller. Eine entscheidende Rolle spielte dabei „Siemens & Halske“.

Zweig schrieb auch, dass nachts auf den Straßen anstelle von trüben Laternen elektrische Lampen brannten und die Menschen dank des Telefons über Entfernungen miteinander sprechen konnten.

Weltweite Anerkennung

Im Jahr 1881 übernahm Richard Fellinger die Leitung des Wiener technischen Büros von „Siemens & Halske“. 1882 begann das Büro mit Testläufen für die Beleuchtung mit elektrischen Bogenlampen am Graben und einem Teil des Stephansplatzes.

1883 fand in Wien die Internationale Elektrische Ausstellung statt. Zahlreiche Unternehmen präsentierten ihre Entwicklungen, wobei sich „Siemens & Halske“ als führend erwies.

Damals demonstrierte das Unternehmen eine 1,5 km lange Straßenbahnlinie. Von August bis Oktober beförderte diese Strecke 269.068 Personen.

Im Jahr 1883 expandierte das Unternehmen und kaufte ein neues Gebäude, in dem die Produktion in speziellen Werkstätten aufgenommen wurde. Die Firma stellte Bogenlampen, Dynamomaschinen, Kabel, Weichenstellsysteme und Schalter her. Im Mai desselben Jahres installierte „Siemens & Halske Vienna“ innerhalb von nur 6 Tagen die elektrische Beleuchtung in der Wiener Hofoper.

Nach einiger Zeit reichte der für die Produktion zur Verfügung stehende Platz nicht mehr aus, zudem mussten die Produktionskapazitäten erhöht werden. Diese Faktoren machten eine teilweise Verlagerung der Produktion nach Leopoldau notwendig. Dort wurden 1897 ein neues Kabelwerk und 1900 eine Maschinenfabrik in Betrieb genommen, die zusammen das Werk Leopoldau bildeten. Es wurde von Richard Fellinger geleitet, dank dem das Geschäft florierte. Der Personalstand von „Siemens & Halske Vienna“ bestand 1882 aus 12 Ingenieuren und 19 Arbeitern. Im Jahr 1890 beschäftigte die Wiener Fabrik rund 900 Arbeiter, sechs Jahre später waren es bereits 2000.

1885 übernahm Richard Fellinger die Leitung der Wiener Fabrik; die Praterbahn wurde zu seinem großen Erfolg.

Über Fellingers Entwicklungen und Erfolge wurde sogar in den Zeitungen berichtet. Dank der Wiener Technologie von „Siemens & Halske Vienna“ konnte man ab 1890 auf den Gipfel des Mönchsbergs in Salzburg mit einem elektrischen Aufzug mit zwei Kabinen für je 12 Passagiere fahren, die an Eisenbahnabteile der 1. Klasse erinnerten.

Im Jahr 1896 wurde in Budapest die erste elektrische Untergrundbahn der Welt in Betrieb genommen, deren Waggons im Wiener Werk von „Siemens & Halske Vienna“ entwickelt worden waren. Die Fahrgeschwindigkeit war fast doppelt so hoch wie die der elektrischen Straßenbahnen, die auf der Straße verkehrten.

Das moderne Werk produziert Elektrotechnik, Ausrüstungen, Beleuchtungstechnik und bietet spezielle Dienstleistungen in den Bereichen Industrie, Verkehr und Kommunikation an.

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