„Wehr 1“ — Wiener Wasserkraftwerk, das die Natur schützt und sauberen Strom für die Menschen liefert

Im Jahr 2016 wurde mit EU-Mitteln beim Wehr 1 auf der Donauinsel im Herzen Wiens ein Kleinwasserkraftwerk errichtet. Das System besteht aus einer unterirdischen Wasserleitung und einem kleinen Kraftwerksgebäude mit einer 15 Meter langen und 3,8 Meter hohen Wasserkraftschnecke. Das Wasser fließt durch die Schnecke am Wehr und versetzt sie in Drehung. Die daraus resultierende Energie wird von einem Generator eingespeist, schreibt viennaname.eu.

Ein Gewinn für die Stadtbewohner und die Umwelt

Die Stromerzeugung in diesem Wasserkraftwerk ist umweltfreundlich, was durch zahlreiche Studien belegt wurde. Das Kleinwasserkraftwerk erzeugt jährlich 400.000 Kilowattstunden sauberen Strom. Dies ermöglicht eine Einsparung von rund 175 Tonnen CO₂.

Beeindruckend ist auch, dass dieses kleine Projekt über 130 Wiener Haushalte im Stadtzentrum mit umweltfreundlichem Strom versorgt. Dabei befindet sich die Anlage unter der Erde. Das bedeutet, dass die umliegenden Grünflächen weder visuell, ökologisch noch baulich beeinträchtigt werden. Zudem ist die Ansaugleistung des Systems so gering, dass es keine Gefahr für Badegäste und Fische darstellt.

Effektiver Hochwasserschutz

Die Donauinsel ist ein schmaler Landstreifen zwischen der Donau und der Neuen Donau, einem östlichen Arm der Donau, der in den 1970er und 1980er Jahren als Hochwasserentlastungsrinne zum Schutz Wiens angelegt wurde. Das bei den Arbeiten anfallende Aushubmaterial wurde zur Aufschüttung der Insel verwendet, die heute ein beliebtes lokales Naherholungsgebiet ist.

Durch die Aufstauung der Donau am Kraftwerk Freudenau in den 1990er Jahren entstand ein Wasserstandsunterschied von etwa vier Metern zwischen der Donau und der Neuen Donau. Da der Wasserstand in der Neuen Donau nur bis zu einem bestimmten Niveau ansteigen darf, war bisher eine ständige Wasserabgabe über zwei Wehranlagen erforderlich, eine davon ist das Wehr 1, das über insgesamt fünf Wehrfelder mit einer Größe von jeweils 24×4 Metern verfügt.

Zur Erzeugung von umweltfreundlichem Strom nutzt das Kraftwerk das vorhandene Energiepotenzial, das sich aus dem Gefälle der beiden Gewässer ergibt. Somit wird das Wasser, das andernfalls einfach abgelassen würde, sinnvoll genutzt. Die Magistratsabteilung 45 – Wiener Gewässer erkannte dieses Potenzial und initiierte eine aktive Zusammenarbeit mit Wien Energie, die zum Bau des Kleinwasserkraftwerks führte.

Die Testphase dauerte mehrere Monate, und bereits 2017 wurde das Wasserkraftwerk in Betrieb genommen. Die Wehranlage erfüllt weiterhin ihre ursprüngliche Funktion als Hochwasserschutz. Im Notfall wird das Kraftwerk einfach abgeschaltet.

Dank des durchdachten Projekts und der Verwendung hochwertiger Materialien beim Bau versorgt das Wasserkraftwerk die Menschen nicht nur mit sauberem Strom, sondern verlängert auch die Lebensdauer der Wehranlage. Der Grund dafür ist, dass sie nicht mehr mehrmals täglich zum Wasserablassen geöffnet und geschlossen werden muss. Ein weiterer Vorteil dieses Projekts ist der Ersatz des komplexen manuellen Steuermechanismus durch ein vollautomatisches Steuerungs- und Regelungssystem für das Wasserkraftwerk.

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Wehr 1“ belief sich auf 559.357 Euro.

Die Vorteile der Wasserkraft

Es ist seit langem bekannt, dass traditionelle Energiequellen wie Öl, Kohle und Gas die Umwelt verschmutzen und zum Klimawandel beitragen. Darüber hinaus sind sie begrenzte Ressourcen und könnten bald erschöpft sein, was ihre Kosten in die Höhe treibt und zu Instabilität auf dem Energiemarkt führt.

Wasserkraft ermöglicht die Energiegewinnung ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt. Sie verschmutzt also weder die Umwelt noch trägt sie zum Klimawandel bei. Die Quellen sind erneuerbar, das heißt, sie sind unerschöpflich und unterliegen keinen externen Preisschwankungen.

Wirtschaftlich gesehen ist diese Form der Energiegewinnung vorteilhaft, da die aus erneuerbaren Quellen selbst erzeugte Energie nicht zugekauft werden muss.

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