Wiener Solarkraftwerk – Nutzen für Menschen und Umwelt

Solarenergie ist eine erneuerbare Energiequelle. Aus diesem Grund werden Solarpaneele auf den Balkonen der Menschen in Wien zu einem alltäglichen Anblick. Auf diese Weise sparen die Wienerinnen und Wiener Strom und tragen zum Klimaschutz bei. Darüber hinaus gibt es in der Stadt ein Solarkraftwerk, das die Menschen mit „grünem“ Strom versorgt und die Umwelt nicht schädigt, wie viennaname.eu berichtet.

Besonderheiten des Kraftwerks

Im 22. Wiener Gemeindebezirk, in der Schafflerhofstraße, befindet sich eines der größten Solarkraftwerke Österreichs. Diese große Anlage versorgt rund 6.000 Haushalte mit Strom. Von April bis Oktober wird das Gelände, auf dem die Solarenergie erzeugt wird, als Weidefläche für 150 Jura-Schafe genutzt.

Die Leistung des Solarkraftwerks beträgt 11,45 Megawatt. Pro Jahr erzeugt sie über 12 Gigawattstunden Strom. Die Anlage besteht aus 25.626 Photovoltaik-Modulen und spart jährlich 4.200 Tonnen CO₂ ein.

Ein Teil der Anlage wurde als sogenannte Agri-Photovoltaik-Anlage im Rahmen eines Forschungsprojekts realisiert. Anstatt einfach herkömmliche Module zu installieren, wurden hier rund 400 bifaziale Module errichtet, die auf beiden Seiten Strom erzeugen, also zweiseitig sind. Sie sind in einem Abstand von 10 Metern zueinander aufgestellt.

Das bedeutet, dass zwischen den Modulreihen problemlos ein Traktor fahren kann und die Fläche landwirtschaftlich genutzt werden kann, beispielsweise für den Anbau von Gemüse.

Somit wird die Fläche zwischen den Agri-Photovoltaik-Modulen zu 60 % landwirtschaftlich genutzt, was eine effiziente Doppelnutzung darstellt. Dort werden Winterweizen, Dinkel und Soja angebaut.

Die pflanzenfreundliche Anordnung der Module verringert zwar den Stromertrag pro Flächeneinheit, jedoch variiert je nach Pflanzenart der Ernteertrag durch die Beschattung. Die geringere Sonneneinstrahlung reduziert den Wasserverbrauch und schützt den Boden vor dem Austrocknen.

Errichtet wurde diese Anlage im Jahr 2021 von der Firma „MaxSolar“ auf einer 12,5 Hektar großen, ehemaligen Schotterdeponie der Stadt.

Eine Leitung für zwei „grüne“ Kraftwerke

Bei Produktionsspitzen kann das Stromnetz überlastet werden. Deshalb hat Wien Energie eine effiziente Lösung für das System entwickelt. Die Photovoltaikanlage in der Schafflerhofstraße ist Teil eines „Hybridkraftwerks“. Das bedeutet, sie ist an dieselbe Stromleitung angeschlossen wie der Wien Energie-Windpark in Andlersdorf.

Der Windpark speist etwa 9 Megawatt Leistung in das Netz ein. Da die Spitzen der Wind- und Sonnenenergieerzeugung selten zur gleichen Zeit auftreten, können beide Kraftwerke gleichzeitig ihre volle Leistung erbringen, ohne das Stromnetz zu überlasten.

Falls dennoch mehr erneuerbare Energie erzeugt als benötigt wird, kommt ein Pufferspeicher zum Einsatz. Er fängt Produktionsspitzen ab und speist den Strom bedarfsgerecht ins Netz ein. Dadurch wird sichergestellt, dass beide Systeme gleichzeitig genutzt werden können und keine „grüne“ Energie verloren geht.

Die Leistungsspitze der bifazialen Module liegt meist in den Morgen- und Abendstunden. In Kombination mit den nach Süden ausgerichteten Standardmodulen, deren Produktionsmaximum um die Mittagszeit liegt, ergibt sich über den Sonnentag hinweg ein gleichmäßigeres Erzeugungsprofil.

Die Bewohner des Solarkraftwerks

Die besondere Bauweise der Photovoltaikanlage hat einen Lebensraum für Vögel und Tiere geschaffen. Auf dem Gelände der Anlage wurden 30 Nistkästen installiert, um den heimischen Vögeln Unterschlupf zu bieten. Insekten, Hasen, Füchse, Fasane und Bussarde siedeln sich auf dem Kraftwerksgelände an.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass das Solarkraftwerk sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt von großem Nutzen ist.

Get in Touch

....... . Copyright © Partial use of materials is allowed in the presence of a hyperlink to us.