Der Name Berta Karlik ist weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Sie war eine talentierte Physikerin, Forscherin und Wissenschaftlerin. Den Großteil ihres Lebens widmete sie ihrer Arbeit an der Universität Wien, wo sie die erste Professorin wurde, schreibt viennaname.eu.
Kindheit und Jugend
Berta wurde am 24. Januar 1904 in Wien in eine wohlhabende Familie geboren. Ihre Eltern bemühten sich, ihrer Tochter das Beste zu bieten und engagierten Hauslehrer, die dem Mädchen zu Hause das Lesen und Schreiben beibrachten. Schon in früher Kindheit zeigte Berta eine Liebe zur Musik. Im Alter von 5 Jahren begann sie Klavier zu spielen und lernte außerdem, Französisch, Niederländisch und Englisch zu sprechen und zu schreiben.
Später brach das Mädchen mit allen damaligen Konventionen und inskribierte an der Universität Wien, wo sie ein Studium der Mathematik und Physik begann. Karlik liebte die exakten Wissenschaften und unternahm größte Anstrengungen, um sie perfekt zu beherrschen. In ihrem Streben nach Anerkennung schloss sie ihr Hochschulstudium mit Auszeichnung ab. Darüber hinaus erhielt sie ein Stipendium der International Federation of University Women, das ihr ermöglichte, am Royal Institute in Großbritannien und am Institut Curie in Paris zu studieren und zu forschen.
In der Zeit von 1919 bis 1923 besuchte Berta das Reform-Realgymnasium, nach dessen Abschluss sie an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien aufgenommen wurde. 1928 erlangte sie den Doktortitel.
Wissenschaftliche Karriere

1930 zog Karlik nach London und begann im Labor von William Henry Bragg zu arbeiten. Dort beschäftigte sie sich mit Kristallographie und untersuchte mithilfe von Röntgenstrahlen die Struktur von Kristallen. Bertas Arbeiten in der Radiophysik erregten die Aufmerksamkeit der bekannten Kristallographinnen Ellie Knaggs und Helen Gilchrist. Bald darauf gründeten sie gemeinsam ihre eigene Forschungsgruppe und besuchten das Labor von Marie Curie in Paris.
Nachdem sie in London einen großen Wissensschatz erworben hatte, kehrte die Frau 1931 nach Wien zurück und begann am Institut für Radiumforschung zu arbeiten. Ab 1937 hielt sie Vorlesungen und stieg schrittweise die Karriereleiter hinauf.
1947 ereignete sich ein großes Ereignis: Karlik und ihre Kollegin Traude Bernert entdeckten das natürliche Vorkommen von Astat, das bald in der Strahlentherapie zur Zerstörung von Krebszellen eingesetzt wurde.
Für diese Entdeckung zeichnete die Österreichische Akademie der Wissenschaften die Frau mit dem Haitinger-Preis aus. Darüber hinaus übernahm sie die Leitung des Instituts für Radiumforschung.
Zuvor hatte Karlik einen weiteren wichtigen Beitrag zur Wissenschaft geleistet. Während ihrer Zeit am Royal Institute beschäftigte sie sich mit der Erforschung der Strahlentherapie und entwickelte kristallographische Methoden zur Untersuchung von Kohlenwasserstoffen. Bald darauf wurde sie Mitautorin eines Buches mit Tabellen kristallographischer Daten.
Berta schloss sich auch einer Gruppe an, die sich mit der Untersuchung von Meerwasser beschäftigte. Geleitet wurde diese vom schwedischen Physiker Hans Pettersson. Indem sie ihr Wissen aus Ozeanographie und Radioaktivität kombinierte, warf Karlik die Frage nach dem Problem der Uran-Kontamination des Meerwassers auf.
Im Jahr 1973 wurde Berta in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen; sie wurde deren erstes weibliches wirkliches Mitglied.
Für ihre Beiträge zur Wissenschaft erhielt Karlik zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Haitinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und den Preis der Stadt Wien. Berta war auch eine der Gründerinnen der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft und Mitglied des Planungsstabs für das CERN. Die Frau beriet die Regierung in Fragen der friedlichen Nutzung der Atomenergie und half bei der Gründung der Internationalen Atomenergie-Organisation. 1967 wurde ihr für gemeinsam mit Gustav Ortner veröffentlichte Arbeiten der Erwin-Schrödinger-Preis verliehen.

Im Februar 1990 verstarb Berta Karlik im Alter von 86 Jahren. Für ihre aktive Lebenshaltung und ihren enormen Beitrag zur Wissenschaft erlangte diese Frau weltweiten Ruhm und Anerkennung.
