Garten für die Kaiserin: Geschichte des „HBV“

Der Botanische Garten der Universität Wien „HBV“ ist ein einzigartiger Ort der Natur mit einer langen und faszinierenden Geschichte. Der Garten erstreckt sich über eine Fläche von rund 8 Hektar. Hier wachsen etwa 11.500 Pflanzenarten, schreibt viennaname.eu.

Die Geschichte des Gartens

Im Jahr 1754 erwarb Kaiserin Maria Theresia ein etwa 2 Hektar großes Grundstück am Rennweg. Auf diesem Areal ließ Theresia einen Arzneipflanzengarten anlegen. Mit der Gestaltung wurde Robert Laugier betraut.

Die ersten Pflanzen für den botanischen Garten „Hortus Medicus“ wurden aus den Gärten von Schönbrunn und dem Belvedere hierher gebracht. Sie wurden nach dem Linné’schen System im Freiland ausgepflanzt. Anschließend begann man mit dem Bau der ersten beiden Gewächshäuser.

Im Jahr 1768 trat Laugier von seinem Posten zurück, und die Leitung des Gartens wurde Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin anvertraut. Von diesem Zeitpunkt an wandelte sich der Garten zunehmend zu einer wissenschaftlichen Forschungsstätte.

Im Jahr 1796 übernahm der Sohn von Nikolaus, Joseph Jacquin, die Leitung des „Hortus Medicus“. In dieser Zeit stellte Kaiser Franz I. ein 5,8 Hektar großes Grundstück zur Erweiterung des Gartens zur Verfügung. Ein Jahr später begann die Gestaltung dieses Bereichs. Danach zählte der Garten über 8.000 Pflanzenarten.

1840 übernahm Stephan Endlicher die Position des Gartendirektors. Basierend auf seinen Ideen des „natürlichen Systems“ begannen 1841 die Arbeiten zur vollständigen Neugestaltung des Freilandbereichs. Stand 1840 umfasste der „Hortus Medicus“ 8.168 Pflanzen.

1849 übernahm Eduard Fenzl die Leitung des Gartens. Er schlug eine Rekonstruktion des „Hortus Medicus“ vor, für die der Gärtner Joseph Deffenbach engagiert wurde. Zu dieser Zeit verfügte der Garten über vier Gewächshäuser.

1878 wurde Anton Kerner von Marilaun Direktor des Gartens. Er entwickelte pflanzengeographische Gruppen und erweiterte die unter Endlicher und Fenzl angelegten Pflanzungen. Im Zeitraum von 1883 bis 1890 verkleinerte sich die Fläche des Gartens durch den Bau der Jacquingasse auf etwa 6 Hektar.

1899 wurde der „neue“ Teil des Gartens der Verwaltung der Universität übergeben. In den Jahren 1890-1893 wurde ein riesiges Gewächshaus errichtet, und die Pflanzen wurden von den alten auf die neuen Flächen umgesiedelt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Garten schwer beschädigt; die meisten Bäume und Pflanzen darin wurden zerstört. Die Wiederherstellung der Pflanzensammlungen dauerte bis 1970.

1970 wurde der Garten für Besucher wiedereröffnet. Zusätzlich wurde ein Versuchshaus gebaut.

Der Garten heute

Der Botanische Garten der Universität Wien bietet eine wunderbare Gelegenheit, die Natur kennenzulernen und interessante Fakten über Pflanzen zu erfahren. Zu diesem Zweck wurde auf seinem Gelände die „Grüne Schule“ eingerichtet.

Stand 2022 beheimatet der Garten 11.500 Pflanzenarten: darunter Orchideen, Mammutbäume, Lotosblumen und Rosen. Die Hälfte davon wächst in Glashäusern, die eine Fläche von rund 1.500 Quadratmetern einnehmen.

Besondere Aufmerksamkeit der Besucher zieht die große Sammlung von Kakteen auf sich, die im Freien gepflanzt sind. Sie wachsen frei wie Wildpflanzen, und die Kälte stellt für sie kein Hindernis dar.

Erwähnenswert ist auch, dass im Garten Führungen für Besucher angeboten werden. Der Eintritt in diese grüne Oase ist für alle kostenlos.

Auf dem Gartengelände gibt es Wiesen, Teiche und Plätze zum Verweilen. Im Arboretum wachsen rund 850 Bäume. In seinem südlichen Teil befindet sich die Rhododendren-Sammlung.

Im „Koniferetum“ werden Nadelgehölze präsentiert, und hier befindet sich auch eine große Sammlung von Farnen. Die Sammlung von Pflanzen, gruppiert nach ökologischen, morphologischen und genetischen Aspekten, erstreckt sich über eine Fläche von rund 300 Quadratmetern.

Im Botanischen Garten gibt es mehrere große Teiche, in denen Seerosen, Wassersterne und andere Pflanzen wachsen.

Beim Besuch dieses einzigartigen und sehr schönen Ortes können sich die Menschen erholen, neue Kraft schöpfen und nützliches Wissen über Pflanzen und deren Pflege aneignen. Der Botanische Garten der Universität Wien ist ein Naturerbe der Stadt und ein beliebter Ort für Wiener und Touristen.

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