Burggarten

Park · Wien · ⭐ 9.5/10 · 12425 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:52:19

Adresse: Josefsplatz 1, 1010 Wien, Österreich

Burggarten — der Kaisergarten mit Palmenhaus, Mozart und Schmetterlingen

Der Burggarten war ursprünglich für genau eine Person gedacht. Nachdem die abziehenden französischen Truppen 1809 die Burgbastei gesprengt hatten, ließ Kaiser Franz I. auf dem freigewordenen Gelände ab 1817 seinen Privatgarten anlegen — rund 38.000 Quadratmeter, an denen hundert Jahre lang niemand ohne kaiserliche Erlaubnis vorbeikam. Erst 1919 ging er an die Republik über und bekam mit dem öffentlichen Zugang auch seinen heutigen Namen. Geblieben ist die kaiserliche Ausstattung: ein Jugendstil-Palmenhaus von Friedrich Ohmann, Wiens ältestes Reiterstandbild, das Mozart-Denkmal von Viktor Tilgner, ein Teich mit Herkulesfiguren und versteinerte Baumstämme, die rund 280 Millionen Jahre alt sind. Heute ist es der Garten, auf dessen Wiesen sich halb Wien in die Sonne legt.

Höhepunkte

  • Das Palmenhaus — Friedrich Ohmann errichtete den Glas-Eisen-Bau ab 1901 im Secessionsstil an der Stelle eines älteren Glashauses von 1818. Nach der Sanierung 1998 beherbergt er drei Nutzungen: ein Café-Restaurant, einen Veranstaltungsraum und im linken Flügel das Schmetterlinghaus.
  • Das Schmetterlinghaus — tropisches Klima unter historischem Glas, mit frei fliegenden Faltern zwischen Bananenstauden, Wasserfall und Lianen. Es ist der einzige kostenpflichtige Teil des Gartens und funktioniert auch im tiefsten Winter.
  • Das Mozart-Denkmal — die Marmorfigur von Viktor Tilgner aus 1896 stand ursprünglich an anderer Stelle in der Innenstadt und kam 1953 hierher. Davor liegt ein Blumenbeet in Form eines Violinschlüssels, das jedes Jahr neu bepflanzt wird.
  • Das Reiterstandbild Kaiser Franz I. Stephan — die Bleifigur von Balthasar Ferdinand Moll aus 1781 ist das älteste Reiterdenkmal Wiens; sie wurde 1819 an ihren heutigen Standort gebracht.
  • Der Teich mit den Herkulesfiguren — das Wasserbecken entstand bei der Erweiterung 1863; die Bleiplastik des Herkules mit dem Nemeischen Löwen stammt aus der Zeit um 1800 und wurde 1948 hier aufgestellt.
  • Die versteinerten Baumstämme — Fundstücke aus Böhmen mit einem Alter von etwa 280 Millionen Jahren stehen im östlichen Teil des Gartens; sie sind das unerwartetste Objekt der ganzen Anlage.

Was dich erwartet

Der Burggarten ist der entspannteste der Hofburggärten. Franz Antoine der Jüngere gestaltete ihn im Lauf des 19. Jahrhunderts als englischen Landschaftsgarten um, und diese Form trägt ihn bis heute: weite Rasenflächen, freistehende Baumgruppen, ein Teich, geschwungene Wege. Es gibt keine Achse, der man folgen müsste, und keine Aussicht, die man verpassen könnte — man setzt sich hin. Genau dafür wurde er in den letzten Jahrzehnten zum Lieblingsgarten der Wienerinnen und Wiener.

  • Rund 38.000 Quadratmeter im Schatten der Neuen Burg, mit direktem Blick auf deren gebogene Fassade.
  • Große, begehbare Wiesen — der wichtigste Unterschied zu den übrigen Gärten der Hofburg.
  • Ein Denkmal für Kaiser Franz Joseph I., eine Bronze von 1904, die 1957 hier aufgestellt wurde, versteckt unter Bäumen im hinteren Teil.
  • Das Denkmal für den Prediger Abraham a Sancta Clara aus 1928.
  • Schmiedeeiserne Einfriedung aus den Jahren 1863 bis 1865 nach Entwurf von Moritz Löhr, mit Gusseisenteilen aus der Eisenhütte im mährischen Blansko.
  • Alter Baumbestand mit mächtigen Solitären, dazwischen die Gastgärten des Palmenhauses.

Was man unternehmen kann — und für wen

  • Für alle, die eine Pause brauchen — sich auf die Wiese legen. Das klingt banal, ist aber im Zentrum Wiens die Ausnahme: In den meisten historischen Gärten darf man das nicht.
  • Für Familien mit Kindern — das Schmetterlinghaus als kurzer, wetterunabhängiger Programmpunkt; danach Teich, Herkulesfiguren und die versteinerten Stämme als Rundgang zum Suchen.
  • Für Musikreisende — das Mozart-Denkmal mit dem Violinschlüssel-Beet, dazu die Staatsoper und die Albertina in unmittelbarer Nachbarschaft; der Garten liegt genau zwischen den großen Musikadressen.
  • Für Architekturinteressierte — das Palmenhaus von außen und von innen. Ohmanns Glas-Eisen-Konstruktion mit den steinernen Eckbauten ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele dieser Bauaufgabe in Wien.
  • Für Frühaufsteher — im Sommer wird schon um sechs Uhr aufgesperrt; die erste Stunde gehört den Joggern und dem Personal der Bundesgärten.
  • Für Kaffeehausgänger — das Lokal im Palmenhaus mit Blick durch die Glaswand in den Garten, im Sommer mit Terrasse direkt an der Wiese.

Anfahrt & Praktisches

Der Burggarten liegt im ersten Bezirk, Innere Stadt, unmittelbar an der Hofburg und nur wenige Schritte von der Staatsoper entfernt. Mit der U-Bahn nimmt man die Linien U1, U2 oder U4 bis Karlsplatz und geht von dort etwa fünf Minuten; die U3 hält bei Herrengasse. Mit der Straßenbahn fahren die Linien 1, 2, 71 und D bis zu den Stationen Burgring oder Oper/Karlsplatz, mit dem Bus die Linie 57A bis Burgring. Der Eintritt in den Garten ist frei; kostenpflichtig ist ausschließlich das Schmetterlinghaus, dazu natürlich die Gastronomie im Palmenhaus. Verwaltet wird die Anlage von den Österreichischen Bundesgärten. Sie ist eingefriedet und wird täglich auf- und zugesperrt: von April bis Oktober in der Regel von 6 bis 22 Uhr, im März von 7 bis 19 Uhr, von November bis Februar von 7 bis 17:30 Uhr; bei Schneefall wird spätestens um 8 Uhr geöffnet. Hunde und andere Tiere dürfen nicht mitgenommen werden. Für einen Rundgang mit allen Denkmälern reichen dreißig bis vierzig Minuten; mit Schmetterlinghaus und einer Pause auf der Wiese wird leicht ein halber Nachmittag daraus. Die Wege sind eben und für Kinderwagen wie Rollstuhl gut befahrbar.

Wann besuchen

Im Frühling ist der Burggarten der erste Ort in der Innenstadt, an dem die Wiesen wieder freigegeben und sofort belegt sind; das Violinschlüssel-Beet vor dem Mozart-Denkmal wird neu bepflanzt, und die alten Solitärbäume treiben vor der hellen Fassade der Neuen Burg aus. Der Sommer ist die Hauptsaison der Anlage: lange Öffnungszeiten bis in den späten Abend, Schatten unter den großen Kronen, die Terrasse des Palmenhauses voll, und am Teich sitzen den ganzen Tag Leute. Im Herbst wird es ruhig und farbig — das Laub der Altbäume liegt auf den Wiesen, das Licht kommt flach durch die Glaswände des Palmenhauses, und der Garten leert sich merklich. Der Winter ist der Grund, warum das Schmetterlinghaus existiert: Draußen sind die Beete abgeräumt, die Wiesen gesperrt und die Sperrstunde früh, drinnen herrscht tropisches Klima mit fliegenden Faltern. Das ist der stärkste Kontrast, den ein Wiener Garten im Jänner zu bieten hat.

Gut zu wissen

Die Burgbastei, die an dieser Stelle stand, wurde 1809 von den abziehenden Truppen Napoleons gesprengt. Ab 1817 entstand auf dem Areal der Privatgarten Kaiser Franz‘ I.; die Pläne lieferte Ludwig Gabriel von Remy, die gärtnerische Ausführung übernahm Hofgärtner Franz Antoine der Ältere, und bis 1820/21 war die Anlage samt einem eisernen Glashaus fertig. 1863 fiel die Hornwerkskurtine, der Garten wurde vergrößert, erhielt seinen Teich und zwischen 1863 und 1865 eine Einfriedung nach Entwurf von Moritz Löhr; die Gusseisenteile kamen aus der Hütte im mährischen Blansko. Franz Antoine der Jüngere formte die Anlage danach zum englischen Landschaftsgarten um. 1901 begann Friedrich Ohmann mit dem Palmenhaus, das das alte Glashaus ersetzte. 1919 ging der Garten an die Republik Österreich über und wurde öffentlich zugänglich. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Herkulesfiguren an den Teich (1948), das Mozart-Denkmal von Viktor Tilgner aus 1896 wurde 1953 hierher übertragen, das Denkmal für Kaiser Franz Joseph I. folgte im August 1957. Zwischen 1979 und 1981 besetzten Wienerinnen und Wiener an Samstagen die gesperrten Rasenflächen — die sogenannte Burggarten-Bewegung, die dazu führte, dass die Wiesen heute betreten werden dürfen. Seit 2001 ist der Garten Teil des UNESCO-Welterbes Historisches Zentrum von Wien.

Besuchertipps

  • Das Schmetterlinghaus vor dem Garten besuchen, nicht danach. Es hat kürzere Öffnungszeiten als die Anlage und ist am Vormittag deutlich weniger voll.
  • Die Wiesen sind ausdrücklich zum Betreten freigegeben — das ist in den historischen Gärten Wiens die Ausnahme und der eigentliche Grund, hierherzukommen. Die Beete und Rabatten sind es nicht.
  • Hunde sind in den Hofburggärten nicht erlaubt. Wer mit Hund unterwegs ist, muss auf einen anderen Park ausweichen; die Regel wird konsequent durchgesetzt.

Fragen & Antworten

Ist der Burggarten kostenlos? Ja, der Garten selbst ist frei zugänglich. Eintritt zahlt man nur für das Schmetterlinghaus im linken Flügel des Palmenhauses; die Gastronomie ist ebenfalls kostenpflichtig.

Seit wann ist er öffentlich? Seit 1919. Davor war er hundert Jahre lang Privatgarten des Kaisers, angelegt ab 1817 für Kaiser Franz I. Mit der Öffnung erhielt er auch seinen heutigen Namen.

Darf man sich auf die Wiese legen? Ja. Der Burggarten ist einer der wenigen historischen Gärten Wiens mit ausdrücklich freigegebenen Rasenflächen — Ergebnis von Protesten zwischen 1979 und 1981.

Was ist im Palmenhaus untergebracht? Drei Nutzungen: ein Café-Restaurant, ein Veranstaltungsbereich und das Schmetterlinghaus im linken Flügel. Der Bau stammt von Friedrich Ohmann und wurde ab 1901 errichtet.

Wo steht das Mozart-Denkmal? Im nördlichen Teil des Gartens, mit dem Violinschlüssel-Blumenbeet davor. Die Figur schuf Viktor Tilgner 1896; an diesen Platz kam sie erst 1953.

Was hat es mit den versteinerten Baumstämmen auf sich? Es sind Fundstücke aus Böhmen mit einem Alter von rund 280 Millionen Jahren, die im östlichen Teil des Gartens aufgestellt wurden.

Darf man Hunde mitnehmen? Nein. In den von den Bundesgärten verwalteten Hofburggärten sind Hunde und andere Tiere nicht gestattet.

Wie lange braucht man für einen Besuch? Dreißig bis vierzig Minuten für einen Rundgang mit allen Denkmälern. Mit Schmetterlinghaus, Kaffeepause und einer Stunde auf der Wiese wird daraus leicht ein halber Nachmittag.

Gästebewertungen

  1. Криця Ольга

    Der Guide sagte nur: „Da ist ein Park.“ Aber als wir um die Ecke bogen, tat sich das echte, lebendige Wien auf ✨

    Die Leute lagen im Gras, ruhten sich aus, lachten, daneben wurde eine Hochzeit fotografiert, jemand las…

  2. Дарья

    Ein idealer Ort für ein Picknick oder einfach zum Entspannen im Freien an einem sonnigen Tag. Viele Einheimische erholen sich hier am Wochenende und liegen einfach auf der Wiese. Sauber, gepflegt und schön, viel Sonne. E…

  3. VasylS

    Ein flächenmäßig kleiner, aber an Geschichte und Zahl der Denkmäler riesiger Stadtpark. Nicht besonders viele Bäume, es gibt einen kleinen Teich und Wiesen. Ringsherum ebenso historische und schöne Gebäude.

  4. Іван Стасюк

    Der Burggarten ist ein staatlicher Park in Wien, dessen Bau Anfang des 19. Jahrhunderts an der Stelle einer von Napoleon gesprengten Bastei begann. Der Park ist ein wunderbarer Ort zum Erholen und Spazierengehen und zieh…

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:52:19

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennaname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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