Park · Wien · ⭐ 9.1/10 · 9738 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:52:21
Adresse: Fritz-Grünbaum-Platz, 1060 Wien, Österreich
Esterházypark — der kleinste Park mit dem größten Betonklotz Wiens
Rund 9.200 Quadratmeter, ringsum dichte Gründerzeitbebauung, mittendrin ein 47 Meter hoher Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg, in dem heute ein Aquarium mit über zehntausend Tieren untergebracht ist: Der Esterházypark ist kein Landschaftsgarten, sondern eine Fläche, auf der sich die Geschichte des Bezirks auf engstem Raum stapelt. Barocke Steinfiguren aus einem abgerissenen Innenstadthaus stehen wenige Schritte von einer Kletterwand entfernt, die außen an einem Bunker hängt. Wer aus der Kaufhausdichte von Mariahilf kommt, bekommt hier binnen Sekunden Baumschatten, Bänke und einen Spielplatz — und gleichzeitig das eindrücklichste bauliche Relikt der NS-Zeit, das im dicht bebauten Wien überhaupt zu sehen ist.
Höhepunkte
- Flakturm — errichtet zwischen Oktober 1943 und Juli 1944 als Leitturm, rund 47 Meter hoch und über zehn Geschoße. Er bildete ein Paar mit dem Gefechtsturm in der Stiftskaserne im benachbarten 7. Bezirk; auf der Dachplattform saßen die als „Schwalbennester“ bezeichneten Geschützkanzeln.
- Haus des Meeres — seit Ende der 1950er-Jahre im Turm; heute leben hier weit über 10.000 Tiere vom Haifisch bis zum tropischen Vogel. Die Stadt Wien übergab den Turm später für einen rein symbolischen Betrag an den Betreiber.
- Dachterrasse mit Panorama — der jüngste Ausbau setzte dem Turm eine gläserne Aufstockung mit Aussichtsebene auf; von dort reicht der Blick über die Dächer von Mariahilf bis zum Wienerwald.
- Vertikale Grünwand — die Außenmauer des Turms wurde begrünt und gilt als höchste vertikale Grünfläche Wiens; sie hat den Charakter des Bauwerks von außen sichtbar verändert.
- Kletteranlage — an der Außenwand hängt eine rund 30 Meter hohe Kletterroute, betrieben in Kooperation mit dem Alpenverein und auch für Einsteiger mit Kurs nutzbar.
- Vier barocke Steinfiguren — sie stammen aus dem abgetragenen Lazanskyhaus in der Inneren Stadt, kamen im späten 19. Jahrhundert hierher und stehen heute unter Denkmalschutz.
Was dich erwartet
Der Park ist überschaubar und funktioniert als Nachbarschaftsgrünfläche: ein alter Baumbestand mit einer markanten Kastanienreihe, geschwungene Wege um den Turm herum, Bänke im Schatten und ein Kinderspielbereich. Die Aufenthaltsqualität entsteht weniger durch Weite als durch Dichte — es ist die einzige nennenswerte Grünfläche in diesem Teil des Bezirks, entsprechend intensiv wird sie genutzt.
- Alter Baumbestand, geprägt von einer eindrucksvollen Kastanienreihe
- Kinderspielbereich mit Geräten für kleinere Kinder
- Ausgewiesene Hundezone, sodass Freilauf und Spielfläche getrennt bleiben
- Der Flakturm als optischer und funktionaler Mittelpunkt der gesamten Anlage
- Ein Luftschutzbunker unter der Parkfläche, ursprünglich für 300 Personen ausgelegt und heute als Museum zugänglich
- Das Amerling-Gymnasium am Rand, 1970 bis 1972 auf dem Areal des ehemaligen Palais errichtet
Was man unternehmen kann — und für wen
- Familien mit Kindern — die Kombination aus Aquarium im Turm und Spielplatz unmittelbar davor funktioniert bei jedem Wetter und ohne lange Wege.
- Einkaufsbummler mit Pause — der Park liegt unmittelbar hinter der großen Einkaufsachse des Bezirks und ist der schnellste Weg von Betrieb in Baumschatten.
- Kletterer — die Route an der Turmaußenwand ist eine der ungewöhnlichsten Kletteradressen Europas, mitten im dicht bebauten Stadtgebiet.
- Geschichtsinteressierte — Flakturm, Bunker und Museum machen die Kriegs- und Nachkriegsgeschichte hier körperlich erfahrbar, nicht nur erzählt.
- Hundehalter aus der Umgebung — mit eigener Hundezone ist der Park für viele Anrainer die einzige nahe Auslauffläche.
- Fotografen — der Kontrast aus Betonkoloss, begrünter Wand, Barockskulptur und Gründerzeitfassade ergibt Motive, die es sonst nirgends gibt.
Anfahrt & Praktisches
Der Park liegt im 6. Bezirk, in Mariahilf, unmittelbar hinter der großen Einkaufsachse des Bezirks. Mit der U-Bahn erreicht man ihn über die Linie U3, Stationen Neubaugasse oder Zieglergasse, sowie über die Linie U6, Station Gumpendorfer Straße; ergänzend hält die Buslinie 13A in unmittelbarer Nähe. Der Park selbst ist frei zugänglich, nicht kartiert und braucht kein Ticket. Kostenpflichtig sind nur die Einrichtungen im Turm, also Aquarium, Museum und Kletteranlage. Für den Park allein genügen 20 bis 30 Minuten — er ist zu klein für mehr. Mit Aquariumsbesuch und Dachterrasse sollte man zwei bis drei Stunden einplanen. Hunde außerhalb der ausgewiesenen Zone bitte an der Leine führen.
Wann besuchen
Im Frühling blühen die Kastanien, und der Park wirkt trotz seiner geringen Größe plötzlich wie ein richtiger Garten; das ist auch die Zeit, in der die begrünte Turmwand ihren Jahreszyklus sichtbar beginnt. Im Sommer wird die Anlage zum Schattenreservoir eines der dichtest bebauten Bezirke Wiens — die Bäume kühlen spürbar, und der Turm wirft am Nachmittag einen großen, angenehmen Schatten über die Bänke; abends ist die Dachterrasse der beste Ort für den Blick über die Stadt. Der Herbst färbt die Kastanien früh und macht die Sicht vom Turmdach klar bis zum Wienerwald. Der Winter ist die eigentliche Hochsaison der Anlage, weil das Aquarium im Turm eine der zuverlässigsten Schlechtwetteradressen der Stadt ist — draußen bleibt der Park kahl, aber die Wege sind kurz und immer begehbar.
Gut zu wissen
Die Fläche gehörte ursprünglich zu einem Gartenpalais, das gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstand. Von 1754 bis 1794 war Staatskanzler Wenzel Anton Kaunitz Eigentümer und ließ mehrfach umbauen; von 1814 bis 1868 gehörte der Besitz der ungarischen Fürstenfamilie Esterházy, die dem Park bis heute den Namen gibt. Unter Nikolaus II. Fürst Esterházy wurde ein Teil der Anlage in einen Landschaftspark umgeformt. 1868 erwarb die Gemeinde Wien das Sommerpalais, und nach kleineren Anpassungen wurde der Park am 11. Mai 1868 für die Öffentlichkeit freigegeben — die Vorstadt selbst war bereits 1850 nach Wien eingemeindet worden. Der tiefste Eingriff folgte im Krieg: Zwischen Oktober 1943 und Juli 1944 entstand der Leitturm, der die Anlage seither dominiert. Ende der 1950er-Jahre zog das Haus des Meeres ein und baut den Turm seither Schritt für Schritt aus. 1970 bis 1972 wurde auf dem Areal des früheren Palais das Amerling-Gymnasium errichtet. 1989 erhielt der Platz beim Turm den Namen des Wiener Kabarettisten, Conférenciers und Librettisten Fritz Grünbaum (1880–1941), der im Jänner 1941 im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde — eine Benennung, die den Ort bewusst mit den Opfern jener Zeit verbindet, deren Bauwerk hier steht.
Besuchertipps
- Aquarium und Dachterrasse am besten früh am Tag oder gegen Abend ansteuern — die Wartezeiten am Turm sind an Wochenenden und bei Regen am längsten.
- Ein Blick lohnt sich auch von außen: Die begrünte Turmwand verändert Farbe und Dichte über das Jahr und sieht im Mai völlig anders aus als im Oktober.
- Wer mit Kindern kommt, plant den Spielplatz nach dem Aquarium ein — so bleibt der Auslauf im Freien der Abschluss und nicht die Ablenkung davor.
Fragen & Antworten
Kostet der Esterházypark Eintritt? Nein, der Park ist frei zugänglich. Eintritt zahlt man nur für die Einrichtungen im Flakturm — Aquarium, Museum und Kletteranlage.
Wie groß ist der Park? Rund 9.200 Quadratmeter. Er zählt damit zu den kleinsten bekannten Parks Wiens, hat aber durch den Turm die größte bauliche Präsenz.
Was ist das für ein Turm? Ein Flakturm, genauer ein Leitturm, errichtet von Oktober 1943 bis Juli 1944, rund 47 Meter hoch. Er gehörte zum Turmpaar mit dem Gefechtsturm in der Stiftskaserne im 7. Bezirk.
Kann man den Turm besteigen? Innen führt der Weg über das Aquarium bis zur Dachterrasse mit Rundblick. Außen gibt es zusätzlich eine rund 30 Meter hohe Kletteranlage, die gemeinsam mit dem Alpenverein betrieben wird.
Woher kommt der Name des Parks? Von der ungarischen Fürstenfamilie Esterházy, die den hiesigen Besitz von 1814 bis 1868 hielt. Danach kaufte die Stadt das Areal.
Seit wann ist die Fläche öffentlicher Park? Seit dem 11. Mai 1868 — die Gemeinde Wien hatte das Sommerpalais im selben Jahr erworben und den Garten nach kleineren Anpassungen freigegeben.
Wer war Fritz Grünbaum? Ein Wiener Kabarettist, Conférencier und Librettist, geboren 1880, im Jänner 1941 im Konzentrationslager Dachau ermordet. Seit 1989 trägt der Platz beim Turm seinen Namen.
Ist der Park für Kinder geeignet? Ja. Es gibt einen Spielbereich für kleinere Kinder, kurze Wege und mit dem Aquarium im Turm ein wetterunabhängiges Programm direkt daneben.
Fotos






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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:52:21
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennaname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Ein sehr cooles Museum. 11 Stockwerke. Ein Muss in Wien. Kinderticket 9,80, Erwachsenenticket 21 Euro
Ein wunderbarer Ort, besonders für Kinder jeden Alters! Wir sind alle begeistert! 11 Stockwerke voller Natur und unglaublicher Schönheit. Die Aquarien haben mir am allermeisten gefallen.
Diesen Ort muss man unbedingt besuchen.Er wird sowohl für Kinder als auch für Erwachsene interessant seinThis place must be visited. It will be interesting for both children and adults
Ein wunderbarer Ort für einen Familienbesuch, es wird sowohl für Kinder als auch für Erwachsene interessant sein!!! Nur in wenigen Zoos gibt es die Möglichkeit, direkt neben verschiedenen Tieren zu spazieren!!! Und dass…
Haus des Meeres. Ich empfehle, es zusammen mit den Kindern zu besuchen. Es wird auf jeden Fall interessant. Um alles abzugehen und anzusehen, braucht man etwa anderthalb Stunden. Gleich daneben ist eine Straße mit einer…