Österreich weist die weltweit besten Kennzahlen bei der Müllsammlung auf. Statistiken zufolge trennen über 90 % der Menschen ihren Müll sorgfältig. Jährlich werden so aus allen Haushalten über 1 Million Tonnen Altpapier, Verpackungen und Haushaltsabfälle gesammelt, schreibt viennaname.eu.
Ökologisches Bewusstsein

Die Mülltrennung und -entsorgung in Wien und anderen Städten ist staatlich geregelt. Für die Abfallsammlung in der Stadt sind über 100 private Firmen sowie kommunale Unternehmen zuständig, die regelmäßig Berichte über die gesammelte Müllmenge vorlegen.
Die Mülltrennung erfolgt streng nach Containern. Verstöße gegen die Entsorgungsvorschriften werden mit enormen Geldstrafen und in manchen Fällen sogar mit strafrechtlicher Verfolgung geahndet. Für die Sauberkeit Wiens ist die Magistratsabteilung 48 (MA 48) verantwortlich. Die Einheimischen bringen den Mitarbeitern der Abteilung großen Respekt entgegen, und das aus mehreren Gründen. Erstens veranstaltet sie das einzigartige Festival „Mistfest“, bei dem den Bewohnern erklärt wird, wie man richtig mit Abfällen umgeht. Das Programm dieses Festivals richtet sich vor allem an Kinder, da es sehr wichtig ist, eine umweltbewusste Generation heranzuziehen.
Zweitens leistet die Abteilung Hilfe, wenn es darum geht, eine große Veranstaltung schnell zu organisieren und den gesamten Abfall rasch und umweltfreundlich zu beseitigen. So vermietet sie beispielsweise Geschirrmobil-Anhänger, in denen sich zwei große Spezialmaschinen befinden. In einer Stunde können diese rund 300 Teller spülen.
Besonders hervorzuheben ist der Beruf des Müllmanns, der in Wien sehr wichtig ist und in seiner Bedeutung mit Ärzten oder Pädagogen auf einer Stufe steht. Sowohl Kinder als auch Erwachsene wissen genau, dass die Menschen in den orangefarbenen Anzügen eine große Mission erfüllen – sie tragen zur Reinhaltung der Umwelt bei.
Regeln für alle

Die Regeln für die Mülltrennung und -entsorgung werden durch das Bundes-Abfallwirtschaftsgesetz vorgegeben. Der Müll wird in 6 Klassen unterteilt, für die farblich gekennzeichnete Container vorgesehen sind.
- Altpapier – Kartonverpackungen, Blätter, Umschläge, Bücher, Hefte und Ähnliches gehören in den roten Container.
- Glas – Fläschchen von Medikamenten oder Kosmetika, Flaschen, Getränkedosen. Für sie sind weiße Container vorgesehen. Es ist zu beachten, dass Glasbehälter ohne Deckel eingeworfen werden; für diese gibt es einen separaten Behälter.
- Kunststoff-, Verbundstoff-, Holzverpackungen, Geschirr, Keramik – gelbe Container.
- Kleine Metallgegenstände, Verpackungen werden in blauen Containern gesammelt.
- Organische und biologisch abbaubare Abfälle – Essensreste, Blumen, Blumenerde, Holzasche, Kaffeesatz – kommen in die braunen Container.
- Restmüll – Glas, Haushaltsgegenstände, Gummiprodukte, Tapeten, kaputtes Spielzeug werden in schwarze oder graue Container geworfen.
Die Müllbehälter, die auf speziellen Plätzen oder in den Kellern von Häusern aufgestellt sind, fassen zwischen 120 und 4400 Liter. Sie werden nach einem Zeitplan bis zu 6 Mal pro Woche, manchmal auch 2 Mal täglich, geleert.
Neben den Klassen gibt es strenge Regeln für die Sammlung separater Abfälle. Als schädliche und giftige Materialien (Problemstoffe), die im Haushalt verwendet werden, gelten Farben, Klebstoffe, Altöl, chemische Produkte, Batterien, Elektrogeräte und mehr. Für solche Abfälle wurden spezielle Sammel- und Sortierstellen eingerichtet.
Zudem können die Stadtbewohner zu gesonderten Tarifen spezielle Fahrzeuge mieten, die große Gegenstände wie eine kaputte Spülmaschine oder einen Kühlschrank abholen und zur Entsorgung bringen. Darüber hinaus sind in vielen Wiener Geschäften und Supermärkten oft spezielle Boxen für die Sammlung von Glühbirnen und Batterien zu finden.
Dank des ernsthaften Umgangs mit der Mülltrennung wird eine ordnungsgemäße Entsorgung gewährleistet, die die Umweltverschmutzung vermeidet, eine rationelle Ressourcennutzung ermöglicht und die Anzahl der Mülldeponien reduziert. Wien trägt zu Recht den Status der grünsten und saubersten Stadt Europas, in der man sich um die Umwelt kümmert.
