Park · Wien · ⭐ 9.3/10 · 31080 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:52:17
Adresse: Parkring 1, 1010 Wien, Österreich
Stadtpark — Wiens erster Bürgerpark und die dichteste Denkmalsammlung der Stadt
Der Stadtpark war 1862 der erste Park, den die Stadt Wien selbst für ihre Bevölkerung anlegte — nicht ein geöffneter Hofgarten, sondern eine kommunale Entscheidung. Der Landschaftsmaler Joseph Selleny lieferte die Planskizze, Stadtgartendirektor Rudolph Siebeck setzte sie im englischen Landschaftsstil um, und am 21. August 1862 wurde der nördliche Teil eröffnet. Auf rund 65.000 Quadratmetern liegen heute geschwungene Wege, alte Baumgruppen, sechs Brunnen und mehr Denkmäler als in jedem anderen Wiener Park. Der Wienfluss teilt die Anlage in zwei Hälften und zwei Bezirke; über ihn spannt sich der Stadtparksteg, und an seinen Ufern steht die eleganteste Jugendstil-Uferverbauung der Stadt. In der Mitte spielt seit über 150 Jahren Musik.
Höhepunkte
- Das Johann-Strauss-Denkmal — die vergoldete Bronzefigur des Walzerkomponisten mit der Geige, geschaffen von Edmund Hellmer und am 26. Juni 1921 enthüllt, steht in einem Marmorbogen mit Reliefband. Sie gilt als das meistfotografierte Denkmal Wiens.
- Das Schubert-Denkmal — die sitzende Figur mit Notenblock von Carl Kundmann auf einem Sockel von Theophil von Hansen wurde am 15. Mai 1872 enthüllt und war das erste Denkmal im neuen Park. Finanziert hat es der Wiener Männergesang-Verein aus Konzerterlösen und Spenden.
- Der Kursalon — der Renaissancebau von Johann Garben entstand 1865 bis 1867 und wurde am 8. Mai 1867 eröffnet. Ursprünglich als Kurhaus mit Mineralwasserausschank gedacht, wurde er rasch zum Konzertsaal und ist bis heute Veranstaltungsort mit Terrasse in den Park.
- Die Wienflussverbauung — zwischen 1903 und 1907 fassten Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer den Wienfluss in eine Jugendstil-Architektur aus Portalen, Pavillons, Balustraden und Treppenabgängen. Die Trinkhalle von 1903 gehört zum selben Ensemble.
- Die Denkmalsammlung — neben Strauss und Schubert stehen hier Standbilder und Büsten für Anton Bruckner, Hans Makart, Emil Jakob Schindler, Hans Canon, Franz Lehár, Robert Stolz, Friedrich von Amerling und Bürgermeister Andreas Zelinka. Viktor Tilgner und Edmund Hellmer prägten diese Sammlung entscheidend.
- Der Kinderpark am rechten Ufer — schon 1863 als eigener Teil angelegt, mit dem Kneippbrunnen, dem Labetrunkbrunnen und dem Basiliskenbrunnen; hier liegt der ruhigere, familienfreundlichere Teil der Anlage.
Was dich erwartet
Der Stadtpark ist kein Ort für große Achsen. Siebeck legte ihn im englischen Landschaftsstil an: geschwungene Wege, offene Rasenmulden, Baumgruppen als Kulissen, Blickpunkte, die sich beim Gehen verschieben. Man kommt an einer Stelle hinein und findet nach zehn Metern ein Denkmal, nach dreißig einen Brunnen, nach hundert das Wasser. Dazwischen sitzen Leute — der Park liegt so zentral, dass er täglich als Mittagspause, Abkürzung, Treffpunkt und Konzertfoyer zugleich funktioniert.
- Sechs Brunnenanlagen, darunter der Donauweibchenbrunnen, die Befreiung der Quelle und eine Vogeltränke von 1953 nach Mario Petrucci.
- Der Wienfluss als Trennlinie zwischen dem ersten und dem dritten Bezirk, überspannt vom Stadtparksteg — 1857 als Karolinenbrücke errichtet, ab 1918 Stadtparkbrücke, nach 1945 Steg.
- Alte Platanen, Ahorne und Rosskastanien aus der Gründungszeit, dazwischen einzelne exotische Gehölze aus späteren Pflanzungen.
- Die ehemalige Meierei, 1901 bis 1903 von Ohmann und Hackhofer als Milchtrinkhalle gebaut und 2004 zu einem Restaurant umgebaut.
- Ein Teich mit Wasservögeln, an dem im Sommer fast durchgehend jemand sitzt und fotografiert.
- Die U-Bahn-Station Stadtpark, deren Stationsgebäude von 1899 auf Otto Wagner zurückgehen — eines davon wird heute gastronomisch genutzt.
Was man unternehmen kann — und für wen
- Für Musikfreunde — eine Runde von Denkmal zu Denkmal: Schubert, Strauss, Bruckner, Lehár, Stolz. Wer im Kursalon ein Konzert besucht, hat den Park als Vorprogramm gleich vor der Tür.
- Für Berufstätige in der Innenstadt — die klassische Mittagspause. Der Park hat genug Bänke, genug Schatten und liegt für viele Büros im Umkreis auf halbem Weg.
- Für Familien mit kleinen Kindern — der Kinderpark am rechten Ufer: eigene Spielflächen, kleine Brunnen und deutlich weniger Durchgangsverkehr als in der Hauptanlage.
- Für Architekturinteressierte — die Jugendstil-Uferverbauung entlang des Wienflusses ist ein eigener Rundgang wert; Portale, Pavillons und Treppen sind bis ins Detail durchgestaltet.
- Für Fotografen — das vergoldete Strauss-Denkmal am späten Nachmittag, wenn das Licht flach kommt und das Gold gegen das dunkle Grün steht.
- Für Spaziergänger mit wenig Zeit — der Park lässt sich in zwanzig Minuten durchqueren und trotzdem als Erlebnis lesen; er ist der effizienteste Grünzug der Innenstadt.
Anfahrt & Praktisches
Der Stadtpark liegt zur Hälfte im ersten Bezirk, Innere Stadt, und zur Hälfte im dritten Bezirk, Landstraße; der Wienfluss bildet die Grenze. Die direkteste Anfahrt ist die U-Bahn-Linie U4 bis zur Station Stadtpark, deren Ausgang unmittelbar in die Anlage führt. Alternativ fährt die U3 bis Stubentor oder bis Landstraße, wo auch die U4 hält. Mit der Straßenbahn kommt man mit der Linie 2 bis zu den Stationen Weihburggasse oder Stubentor, mit dem Bus über die Linie 74A. Der Eintritt in den Park ist frei und war es immer — das war 1862 der Kern der Idee. Kostenpflichtig sind ausschließlich Veranstaltungen im Kursalon und die Gastronomie. Geöffnet ist die Anlage durchgehend, sie ist nicht umzäunt und nachts beleuchtet; die 1954 erneuerte Parkbeleuchtung war seinerzeit eine kleine Sensation. Für einen Durchgang reichen zwanzig Minuten, für eine Runde mit allen Denkmälern und dem Kinderpark sollte man eineinhalb bis zwei Stunden rechnen. Die Wege sind breit, weitgehend eben und gut mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar; nur die Treppenabgänge zur Uferverbauung am Wienfluss sind es nicht.
Wann besuchen
Im Frühling ist der Stadtpark der erste Ort der Innenstadt, an dem Wien wieder draußen sitzt: Die Rasenflächen trocknen früh, die Kastanien blühen, und die Konzertsaison im Kursalon füllt abends die Terrasse. Der Sommer gehört den alten Bäumen — die Baumgruppen aus der Gründungszeit werfen tiefen Schatten, der Wienfluss unten kühlt die Luft spürbar ab, und am späten Abend ist der beleuchtete Park einer der wenigen Innenstadtorte, die nicht nach Betrieb aussehen. Der Herbst ist die Zeit der Farbe und der Ruhe: Platanen und Ahorne färben sich, die Reisegruppen um das Strauss-Denkmal werden dünner, und die Denkmäler treten aus dem Laub heraus, statt darin zu verschwinden. Im Winter zeigt sich, wie gut die Anlage komponiert ist — ohne Laub sieht man die Wegführung, die Uferarchitektur von Ohmann und Hackhofer und die Sockel der Standbilder so deutlich wie sonst nie, und der vergoldete Strauss leuchtet bei Schnee noch stärker.
Gut zu wissen
Vor dem Park lag hier das Wasserglacis, ein Freigelände vor den Stadtmauern, das schon im 18. Jahrhundert als Erholungsraum genutzt wurde. Als die Befestigungen ab 1857 fielen, setzte Bürgermeister Andreas Zelinka die Anlage eines städtischen Parks durch. Ab dem 15. März 1862 wurde gebaut, am 21. August 1862 wurde der nördliche Teil eröffnet — die erste Parkanlage, die eine Wiener Stadtverwaltung selbst für die Allgemeinheit errichtete. 1863 kam der Kinderpark am rechten Wienflussufer dazu, 1865 bis 1867 der Kursalon von Johann Garben. Die große Umgestaltung des Flussufers erfolgte 1903 bis 1907 durch Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer, die die Hochwasserverbauung mit Jugendstilarchitektur verbanden. Der Nationalsozialismus hinterließ auch hier Spuren: Das Denkmal für den Maler Remigius van Haanen wurde entfernt. Nach dem Krieg erhielt der Park 1954 eine neue Beleuchtung, und ab dem 23. Juni 1956 fand hier die Freiluft-Skulpturenschau Grüne Galerie statt. Zelinka selbst wurde im Park mit einem Denkmal geehrt — der Bürgermeister, ohne den es ihn nicht gäbe.
Besuchertipps
- Beide Ufer gehen, nicht nur das linke. Die meisten Besucher bleiben bei Strauss und Kursalon; der Kinderpark auf der anderen Seite ist grüner, leiser und hat eigene Brunnen.
- Das Strauss-Denkmal am Vormittag ist praktisch immer von Gruppen umlagert. Wer ein Foto ohne Menschen will, kommt kurz nach Öffnung der Geschäfte oder in der letzten Stunde vor Einbruch der Dunkelheit.
- Die Uferverbauung am Wienfluss lohnt einen eigenen kurzen Abstecher über die Treppen nach unten — von der Parkebene aus sieht man nur die Hälfte der Architektur.
Fragen & Antworten
Warum gilt der Stadtpark als besonders? Weil er 1862 der erste Park war, den die Stadt Wien selbst für die Allgemeinheit anlegte. Bis dahin waren die öffentlich zugänglichen Grünflächen der Stadt geöffnete kaiserliche Gärten, keine kommunalen Anlagen.
Kostet der Eintritt etwas? Nein, der Park ist frei zugänglich und rund um die Uhr offen. Bezahlt wird nur für Konzerte und Veranstaltungen im Kursalon sowie in der Gastronomie.
Wo steht das goldene Strauss-Denkmal? Im Teil des Parks im ersten Bezirk, in Sichtweite des Kursalons. Es stammt von Edmund Hellmer und wurde am 26. Juni 1921 enthüllt.
Wie groß ist der Park und wie lange braucht man? Rund 65.000 Quadratmeter. Ein Durchgang dauert etwa zwanzig Minuten, eine vollständige Runde mit allen Denkmälern und dem Kinderpark eineinhalb bis zwei Stunden.
Was ist der Kursalon? Ein Renaissancebau von Johann Garben, errichtet 1865 bis 1867 und am 8. Mai 1867 eröffnet. Er war als Kurhaus geplant, wurde aber schnell zum Konzert- und Veranstaltungshaus und wird bis heute so genutzt.
Ist der Park für Kinderwagen und Rollstuhl geeignet? Weitgehend ja — die Hauptwege sind breit und eben. Die Treppenabgänge zur Uferarchitektur am Wienfluss sind nicht barrierefrei.
Welche Denkmäler stehen außer Strauss und Schubert hier? Unter anderem Anton Bruckner, Hans Makart, Emil Jakob Schindler, Hans Canon, Friedrich von Amerling, Franz Lehár, Robert Stolz und Bürgermeister Andreas Zelinka. Der Park ist der denkmalreichste Wiens.
Was hat es mit dem Wienfluss auf sich? Er teilt den Park in zwei Hälften und zwei Bezirke. Zwischen 1903 und 1907 wurde sein Ufer von Friedrich Ohmann und Josef Hackhofer im Jugendstil ausgebaut — Hochwasserschutz und Architektur in einem.
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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:52:17
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennaname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Ein sehr schöner und großer Park. Es gibt genügend Plätze zum Sitzen, auch freie Plätze auf der Wiese, wo man im Sommer sicher sehr gut die Zeit verbringen kann. Viele Vögel, die für eine gute Atmosphäre im Park sorgen.
Ein gemütlicher Park, fußläufig von der Inneren Stadt. Wir waren im Winter da, an sehr windigen Tagen, und hier herrscht Stille, alte Bäume, am Teich kann man die Vögel füttern. Im Park steht das berühmte vergoldete Denk…
Es scheint, dass es in diesem Park mehr Denkmäler gibt als in jedem anderen. Ich hoffe, ich habe sie alle gesehen. Fotos von einigen füge ich bei. Obwohl es regnete, war das Spazierengehen sehr angenehm. Ich empfehle ein…
Ein wunderbarer Ort, um sich mit Kindern und der Familie zu erholen. Hier kann man im Gras unter den Baumkronen liegen und den herrlichen Blick auf den See genießen, man kann Enten und Tauben füttern. Im See schwimmen Fi…
Ein wunderbares Beispiel für Natur in der Stadt 🙂 Ein Kanal, ein See, das Kurhaus, das heute als Konzertsaal dient, verschiedene Denkmäler und Installationen – es gibt genug zur Auswahl, damit das Auge sich erholt und d…