Rathauspark

Park · Wien · ⭐ 9.5/10 · 14501 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:52:19

Adresse: Rathauspark W, 1010 Wien, Österreich

Rathauspark — der grüne Vorhang vor dem neugotischen Rathaus

Der Rathauspark ist aus einem Streit entstanden. Friedrich von Schmidt, der Architekt des Wiener Rathauses, wollte vor seinem Bau nur niedrige Bepflanzung: Das Haus sollte man von weitem sehen. Stadtgärtner Rudolph Siebeck setzte dagegen geschwungene Wege und dichte Baumgruppen durch — und behielt recht. Seit 1873 wächst hier ein Park, der das Rathaus nicht versteckt, sondern rahmt und portioniert: Man geht durch Grün, und die Türme tauchen zwischen den Kronen immer wieder neu auf. Auf rund 40.000 Quadratmetern, verteilt auf zwei spiegelgleiche Hälften mit je einem Springbrunnen, stehen Denkmäler für Musiker, Maler und Politiker, dazu ein Wetterhäuschen mit Tierkreiszeichen und eine Platane, die älter ist als der Park selbst.

Höhepunkte

  • Die ahornblättrige Platane von 1783 — der älteste Baum der Anlage stand schon hier, als das Gelände noch freies Vorfeld vor den Stadtmauern war. Sie ist rund dreißig Meter hoch und hat einen Stammumfang von etwa sechs Metern.
  • Die zwei spiegelgleichen Parkhälften — Nord- und Südpark sind symmetrisch um die Mittelachse angeordnet, jede mit einem eigenen Springbrunnen als Zentrum. Die Symmetrie erschließt sich erst aus der Distanz; im Inneren wirkt jede Hälfte wie ein eigener Landschaftsgarten.
  • Das Strauß-Lanner-Denkmal — die Doppelfigur der beiden Walzerbegründer Johann Strauß Vater und Josef Lanner, geschaffen von Franz Seifert mit architektonischer Fassung von Robert Oerley und 1905 aufgestellt.
  • Das Wetterhäuschen — 1890 vom Optiker Heinrich Kapeller gestiftet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1955 wieder aufgebaut; die Mosaiken mit den Tierkreiszeichen stammen von Maria Biljan-Bilger.
  • Das Renner-Denkmal von Alfred Hrdlicka — 1967 aufgestellt, mit einer bewusst aus der Mitte gerückten Büste des ersten Bundespräsidenten der Zweiten Republik. Die Verschiebung ist Absicht und war seinerzeit umstritten.
  • Die exotischen Gehölze — Japanischer Schnurbaum, Ginkgo und schlitzblättrige Buche stehen zwischen den heimischen Arten; Siebeck nutzte den Park auch als Schaufläche für damals neue Baumarten.

Was dich erwartet

Der Rathauspark hat zwei Gesichter. Nach außen ist er Kulisse: Das Rathaus von Friedrich von Schmidt, 1872 bis 1883 errichtet, mit seinem 98 Meter hohen Mittelturm, steht am Rand der Anlage, und der Platz davor ist einer der meistgenutzten Veranstaltungsorte Wiens. Nach innen ist er ein ruhiger Landschaftsgarten mit dichten Baumgruppen, Bänken und einem Wegenetz, das gegen die Geometrie des Platzes arbeitet. Beides zusammen macht ihn zum am dichtesten frequentierten Innenstadtpark, der trotzdem selten überfüllt wirkt.

  • Zwei Springbrunnen, je einer im nördlichen und im südlichen Parkteil.
  • Denkmäler für Ferdinand Georg Waldmüller von Josef Engelhart, für Bundespräsident Theodor Körner von Hilde Uray aus 1963 und für den Rathausarchitekten Friedrich von Schmidt von Edmund Hofmann von Aspernburg aus 1896.
  • Ein kleinerer Hintergarten, den der Landschaftsarchitekt Lothar Abel 1885 entwarf und Gärtner Gustav Sennholz ausführte.
  • Der 3,4 Meter hohe kupferne Rathausmann auf der Turmspitze, seit dem 21. Oktober 1882 im Amt — mit Fahne misst er 5,4 Meter, Modell von Franz Gastell, ausgeführt von Alexander Nehr.
  • Alte Linden aus der Gründungszeit, darunter eine, die 1898 zum fünfzigjährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs I. gepflanzt wurde.
  • Direkter Blick zum Burgtheater auf der gegenüberliegenden Seite des Boulevards — die beiden Bauten wurden bewusst als Paar geplant.

Was man unternehmen kann — und für wen

  • Für Veranstaltungsbesucher — der Platz vor dem Rathaus trägt das ganze Jahr über Programm: das Film Festival seit 1991, den Christkindlmarkt im Advent und die große Eislauffläche im Spätwinter. Der Park ist dann Warteraum, Pausenzone und Zugang zugleich.
  • Für Architekturinteressierte — das Rathaus aus verschiedenen Distanzen ansehen. Der Park ist so angelegt, dass sich die Fassade in Etappen erschließt; von der Mittelachse aus steht sie ganz, aus dem Inneren des Parks nur in Ausschnitten.
  • Für Baumfreunde — eine Runde entlang der alten Bestände: Platane von 1783, Ginkgo, Japanischer Schnurbaum, schlitzblättrige Buche. Der Park funktioniert als kleines Arboretum mitten in der Stadt.
  • Für Familien — breite, ebene Wege, viel Schatten und Spielflächen; die Nähe zu Straßenbahn und U-Bahn macht ihn zu einem der am einfachsten erreichbaren Parks der Innenstadt.
  • Für Beschäftigte im Amtsviertel — die klassische Mittagsbank. Rundherum liegen Rathaus, Universität, Parlament und Gerichtshöfe, und der Park ist für alle von ihnen der nächstgelegene Grünraum.
  • Für Fotografen — die Türme durch Baumkronen, am besten im Winter ohne Laub oder im Oktober, wenn das gelbe Laub gegen den grauen Stein steht.

Anfahrt & Praktisches

Der Rathauspark liegt im ersten Bezirk, Innere Stadt, am westlichen Rand der Altstadt. Mit der U-Bahn nimmt man die Linie U2 bis zur Station Rathaus, deren Ausgang direkt in die Anlage führt; die U3 hält bei Volkstheater in wenigen Gehminuten Entfernung. Mit der Straßenbahn fährt die Linie 2 bis zur Station Rathaus, die Linien 1, 71 und D halten bei Rathausplatz/Burgtheater. Die Buslinie 48A bedient das Viertel ebenfalls. Der Park ist frei zugänglich, nicht umzäunt und rund um die Uhr offen; er ist beleuchtet und wird als Durchgang stark genutzt. Kostenpflichtig sind nur die Veranstaltungen auf dem Platz davor, und auch dort ist der Zutritt zum Gelände meist frei. Für einen Durchgang genügen zehn bis fünfzehn Minuten, für eine Runde durch beide Parkhälften mit allen Denkmälern und dem Wetterhäuschen etwa eine Stunde. Die Wege sind eben, breit und gut befestigt, sodass Kinderwagen und Rollstuhl überall durchkommen. Wichtig zu wissen: Während des Christkindlmarkts und der Eislaufsaison sind Teile des Parks in die Veranstaltung einbezogen, Wege können umgeleitet und einzelne Bereiche vorübergehend gesperrt sein.

Wann besuchen

Im Frühling treibt der Park sehr früh aus, weil die dichte Bebauung ringsum Wärme hält; die alten Platanen und Linden stehen dann in einem hellen, fast durchsichtigen Grün, und der Platz ist zwischen den Veranstaltungsblöcken frei und leer. Der Sommer bringt Schatten und Programm: Unter den Kronen bleibt es kühl, während vor dem Rathaus das Film Festival läuft und die Anlage abends von Besuchern durchflutet wird — wer Ruhe sucht, weicht in die hinteren Parkteile aus. Der Herbst ist die ruhigste und optisch stärkste Zeit; Ginkgo und Buche färben sich, das Laub liegt auf den geschwungenen Wegen, und die neugotische Fassade wirkt vor gelben Kronen wärmer als sonst. Im Winter dreht sich alles um den Platz: Advent mit dem Christkindlmarkt, danach die Eisfläche bis in den frühen März. Der Park selbst ist dann kahl, und genau deshalb sieht man, was Friedrich von Schmidt damals wollte — das Rathaus steht ohne grünen Vorhang da.

Gut zu wissen

Nach dem Abbruch der Befestigungen entstand hier ein Bauplatz für das neue Rathaus. Bürgermeister Cajetan Felder setzte durch, dass der Vorbereich nicht bloß gepflastert, sondern als Park gestaltet wurde; 1872 und 1873 legte das Stadtbauamt gemeinsam mit Stadtgärtner Rudolph Siebeck ein Areal von rund 370 mal 160 Metern an, insgesamt etwa 40.000 Quadratmeter, für einen Aufwand von 165.380 Gulden. Fertig wurde der Park im Juni 1873, zeitgleich mit der Grundsteinlegung des Rathauses am 14. Juni 1873. Der Konflikt mit Architekt Friedrich von Schmidt, der niedrige Bepflanzung forderte, entschied sich zugunsten Siebecks dichter Pflanzung mit geschwungenen Wegen. 1885 kam ein kleinerer Hintergarten nach Plänen von Lothar Abel dazu, ausgeführt von Gustav Sennholz. Das Rathaus selbst wurde 1872 bis 1883 nach Plänen Schmidts errichtet; sein Turm misst 98 Meter, mit dem kupfernen Rathausmann 103,3 Meter. Die Denkmalsetzungen zogen sich über ein Jahrhundert: Schmidt 1896, Strauß und Lanner 1905, Waldmüller von Josef Engelhart, Körner 1963, Renner von Alfred Hrdlicka 1967. Das Wetterhäuschen von 1890 wurde nach der Kriegszerstörung 1955 wiederhergestellt.

Besuchertipps

  • Beide Parkhälften gehen. Die meisten Besucher queren nur die Mittelachse zum Platz und übersehen, dass links und rechts zwei vollständige, spiegelgleiche Gärten liegen.
  • In der Advent- und Eislaufzeit sind Teile der Anlage in die Veranstaltung integriert. Wer den Park als ruhigen Grünraum sucht, kommt in dieser Phase besser vormittags oder weicht auf die hinteren Bereiche aus.
  • Die alte Platane von 1783 findet man abseits der Hauptwege — sie ist an Stammumfang und Höhe sofort erkennbar und der beste Beweis, dass hier schon vor dem Park etwas gewachsen ist.

Fragen & Antworten

Wann wurde der Rathauspark angelegt? 1872 und 1873, auf Initiative von Bürgermeister Cajetan Felder. Fertig war er im Juni 1873, im selben Monat, in dem der Grundstein für das Rathaus gelegt wurde.

Wer hat ihn gestaltet? Das Wiener Stadtbauamt gemeinsam mit Stadtgärtner Rudolph Siebeck. Der Rathausarchitekt Friedrich von Schmidt war gegen die dichte Bepflanzung, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Wie groß ist die Anlage? Rund 40.000 Quadratmeter auf einem Areal von etwa 370 mal 160 Metern, aufgeteilt in zwei symmetrische Hälften mit je einem Springbrunnen.

Welcher ist der älteste Baum? Eine ahornblättrige Platane aus dem Jahr 1783, also deutlich älter als der Park. Sie ist rund dreißig Meter hoch und hat etwa sechs Meter Stammumfang.

Welche Veranstaltungen finden hier statt? Auf dem Platz vor dem Rathaus das Film Festival seit 1991, der Christkindlmarkt im Advent und die große Eislauffläche im Spätwinter, dazu zahlreiche kleinere Veranstaltungen über das Jahr.

Kostet der Park Eintritt? Nein. Er ist frei zugänglich, nicht umzäunt und rund um die Uhr offen. Nur einzelne Angebote innerhalb der Veranstaltungen auf dem Platz sind kostenpflichtig.

Welche Denkmäler stehen im Park? Unter anderem das Strauß-Lanner-Denkmal von 1905, das Denkmal für den Maler Ferdinand Georg Waldmüller, das Schmidt-Denkmal von 1896, das Körner-Denkmal von 1963 und das Renner-Denkmal von Alfred Hrdlicka aus 1967.

Wie hoch ist das Rathaus? Der Mittelturm misst 98 Meter, mit dem kupfernen Rathausmann an der Spitze insgesamt 103,3 Meter. Die Figur selbst ist 3,4 Meter hoch und steht dort seit dem 21. Oktober 1882.

Gästebewertungen

  1. Дарья

    Ein leuchtender, blühender Park beim Wiener Rathaus. In der warmen Jahreszeit besonders schön. Es gibt viele Sitzgelegenheiten.

  2. Мирослава Матвієнко

    Abend, Markt, Duft von Punsch, Würstchen, Karussell

  3. Oksana Koltun

    Ein schöner Ort zu jeder Jahreszeit, aber vor Weihnachten wird er einfach märchenhaft.

  4. Maryana Kogut

    Ein unglaublich schönes Rathaus, ich empfehle aufrichtig, es zu besuchen. Vom Park aus bietet sich ein sehr schöner Ausblick.

  5. Зеник Кавулич

    Der Rathauspark beim Wiener Rathaus ist ein schöner Ort zum Erholen und für Unterhaltung. Man kann lecker essen und guten Wiener Kaffee trinken. Die Atmosphäre im Park ist sehr ruhig und unterhaltsam. Selbst bei einer gr…

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:52:19

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennaname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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