Kurpark Oberlaa

Park · Wien · ⭐ 9.5/10 · 6753 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:52:22

Adresse: Laaer-Berg-Straße, 1100 Wien, Österreich

Kurpark Oberlaa — Gartenschau-Gelände von 1974 auf einer alten Filmstadt

Rund 60 Hektar Themengärten am Südosthang des Laaer Bergs, entstanden als Areal der Wiener Internationalen Gartenschau 1974, die in einer Saison 2,6 Millionen Besucher anzog: Der Kurpark Oberlaa ist der jüngste der großen Wiener Parks und zugleich der thematisch dichteste. Es gibt hier keinen einheitlichen Stil, sondern eine Abfolge klar abgegrenzter Gartenräume — barocker Brunnengarten, japanischer Garten, Rosenberg, Allergiegarten, Blumenlabyrinth, Staudengarten —, die wie Kapitel hintereinander gelesen werden. Darunter liegen zwei ganz andere Geschichten: eine Ziegelproduktion und eine Filmstadt, in der in den 1920er-Jahren Monumentalfilme gedreht wurden. Am Südrand nutzt heute ein großes Thermalbad die Schwefelquellen, die dem Ort seinen Namenszusatz gaben.

Höhepunkte

  • Rosenberg — 6.200 Quadratmeter Rosenpflanzung, 2019 komplett neu angelegt mit rund 2.400 Rosen und etwa 7.400 Ziergräsern und Stauden; die Höhenlage macht den Bereich zugleich zum Aussichtspunkt.
  • Takasakipark — der japanische Garten, ursprünglich der Nationalbeitrag Japans zur Gartenschau 1974. Auf Betreiben der Stadt Takasaki wurde er in den 1990er-Jahren unter Leitung des Architekten Ikeda Tadashi rekonstruiert: 600 Quadratmeter mit Teich, Steinbrücke und Steinlaternen, geöffnet nur an bestimmten Wochentagen.
  • Filmteich und Filmstadt — rund um diesen Teich standen in den frühen 1920er-Jahren die riesigen Kulissen der Sascha-Filmindustrie; heute liegt hier ein Freiluftkino-Areal.
  • Barocker Brunnengarten — formaler Wassergarten, 2001/2002 saniert; dazu kommt der 2001 erneuerte Liebesgarten als stiller Gegenpol.
  • Allergiegarten — ein rund 500 Meter langer Lehrpfad, der zeigt, welche Pflanzen Allergien auslösen und welche unbedenklich sind — ein in dieser Form seltenes Vermittlungsangebot.
  • Tiergehege — eine 4.400 Quadratmeter große Anlage mit Alpakas, Zwergziegen und Kärntner Brillenschafen, eingebettet in eine deutlich größere Weidefläche.

Was dich erwartet

Der Park ist Hanglage und Gartenschau zugleich: breite Hauptwege, die den Berg queren, und daran aufgefädelte Sonderbereiche. Acht benannte Wasserflächen strukturieren das Gelände — Schwanensee, Seerosenteich, Astilbenteich, Filmteich, der Teich im japanischen Garten, der Brunnengarten, der Kurteich und der Schilfteich. Der Höhenunterschied sorgt dafür, dass man immer wieder Fernblicke über den Süden Wiens bekommt.

  • Staudengarten mit rund 11.500 Pflanzen aus etwa 90 Arten, im Jahr 2000 grundlegend erneuert
  • Blumenlabyrinth von 2004 mit 18 Metern Durchmesser
  • Skateland mit rund 1.800 Quadratmetern Fläche
  • Barrierefreier Spielplatz, 2001 eröffnet, dazu weitere Spielbereiche
  • Beachvolleyball, Kletterwände, Schachtische, Tischfußball und eine Pendelschaukel
  • Eine Erweiterung aus dem Jahr 2024 mit Calisthenics-Anlage und rund 420 Quadratmetern Naturwiese

Was man unternehmen kann — und für wen

  • Gartenfreunde — nirgends sonst in Wien liegen so viele durchgestaltete Themengärten auf einer einzigen Fläche; ein Rundgang funktioniert wie ein Gartenkatalog zum Begehen.
  • Familien mit Kindern — Tiergehege, barrierefreier Spielplatz, Pendelschaukel und Wasserflächen ergeben ein Programm, das ohne Zusatzangebote auskommt.
  • Jugendliche — Skateland, Kletterwände, Beachvolleyball und die neue Calisthenics-Anlage sind unter den größeren Angeboten im Süden der Stadt.
  • Thermengäste — der Park grenzt unmittelbar an das große Thermalbad am Südrand und eignet sich als Spaziergang davor oder danach.
  • Allergiker und Gesundheitsinteressierte — der Allergiegarten ist als Lehrpfad angelegt und liefert praktische Information statt bloßer Dekoration.
  • Filmhistorisch Interessierte — rund um den Filmteich lässt sich nachvollziehen, wo Wiens Stummfilmproduktion ihre Monumentalkulissen aufbaute.

Anfahrt & Praktisches

Der Kurpark liegt im 10. Bezirk, in Favoriten, am Südosthang des Laaer Bergs. Die einfachste Anreise führt mit der U-Bahn-Linie U1 bis zur Endstation Oberlaa; auch die Station Neulaa liegt in Gehweite zum nördlichen Teil. Die Verlängerung der U1 in diesen Bezirksteil ging im September 2017 in Betrieb und ersetzte die frühere Straßenbahnanbindung, die hier jahrzehntelang endete. Ergänzend bedienen Buslinien den Ortskern. Der Eintritt ist frei. Die Anlage hat allerdings saisonale Öffnungszeiten: von November bis Jänner etwa von 6 bis 18 Uhr, in den Sommermonaten Mai bis August bis 22 Uhr; dazwischen verschiebt sich die Sperrstunde schrittweise. Für einen echten Rundgang mit Rosenberg, japanischem Garten und Tiergehege sollte man zweieinhalb bis drei Stunden einplanen — die Fläche ist groß und hügelig. Hunde sind im gesamten Park an der Leine zu führen.

Wann besuchen

Im Frühling starten Brunnengarten, Staudengarten und Blumenlabyrinth in die Saison; das ist auch die Zeit, in der der Allergiegarten seine eigentliche Funktion erfüllt, weil die Blühfolge der kritischen Arten unmittelbar nachvollziehbar wird. Der Sommer gehört dem Rosenberg mit seinen rund 2.400 Rosen und den langen Abenden — in dieser Jahreszeit ist der Park bis 22 Uhr geöffnet, und das Freiluftkino-Areal am Filmteich wird bespielt. Der Herbst färbt die Gehölze am Hang und macht die Fernsicht über den Süden Wiens am klarsten; gleichzeitig ist der japanische Garten in dieser Zeit optisch am stärksten. Der Winter reduziert die Anlage auf ihre Struktur — Wasserflächen, Wegeführung und Terrassierung treten hervor —, allerdings schließt der Park dann bereits um 18 Uhr, und der japanische Garten ist nur an einzelnen Tagen zugänglich.

Gut zu wissen

Die Geschichte des Geländes hat drei völlig getrennte Schichten. Zuerst war der Laaer Berg Ziegelland: Hier wurde der Lehm abgebaut, aus dem ein großer Teil der Wiener Gründerzeitbauten entstand. In den 1920er-Jahren folgte die Filmstadt — die Sascha-Filmindustrie errichtete rund um den heutigen Filmteich riesige Kulissen aus Holz und Pappe und drehte hier Monumentalfilme wie „Sodom und Gomorrha“ (1922) und „Die Sklavenkönigin“ (1924); Regie führte Michael Curtiz, der später in den USA als Regisseur von „Casablanca“ berühmt wurde. Die dritte Schicht ist die Kur: Seit 1969 besteht bei den Oberlaaer Schwefelquellen ein Kurbetrieb, und an der Südkante des Parks liegt heute das größte Thermalbad Wiens. Der Park selbst entstand für die Wiener Internationale Gartenschau 1974; den Gestaltungswettbewerb hatte 1969 der Frankfurter Landschaftsarchitekt Erich Hanke gewonnen. Die Schau zog 2,6 Millionen Besucher an, Ende 1974 wurde das Gelände in einen öffentlichen Park umgewandelt. Seither wurde laufend nachgeschärft: Brunnengarten 2001/2002 saniert, Liebesgarten 2001 erneuert, Staudengarten 2000 neu bepflanzt, barrierefreier Spielplatz 2001, Blumenlabyrinth 2004, Rosenberg 2019 vollständig neu angelegt, 2024 Calisthenics und Naturwiese ergänzt. Auch die bekannte Wiener Konditoreimarke, die den Ortsnamen trägt, hat ihren Ursprung im Umfeld des hiesigen Kurbetriebs.

Besuchertipps

  • Den japanischen Garten gezielt einplanen: Der Takasakipark ist nur an bestimmten Wochentagen geöffnet, sonst steht man vor verschlossenem Tor.
  • Im Winter auf die frühe Sperrstunde achten — der Park schließt in den dunklen Monaten bereits am späten Nachmittag.
  • Die Runde bergauf beginnen und beim Rosenberg enden: Von dort hat man den besten Blick über den Süden der Stadt, besonders im Abendlicht.

Fragen & Antworten

Kostet der Kurpark Oberlaa Eintritt? Nein, der Park ist frei zugänglich. Kostenpflichtig ist nur das benachbarte Thermalbad, das nicht zum Park gehört.

Wann ist der Park geöffnet? Saisonal unterschiedlich: von November bis Jänner etwa 6 bis 18 Uhr, in den Sommermonaten Mai bis August bis 22 Uhr. Dazwischen verschiebt sich die Sperrstunde schrittweise.

Wie kommt man hin? Mit der U1 bis zur Endstation Oberlaa; die Station Neulaa erschließt den nördlichen Teil. Die U-Bahn-Verlängerung ging im September 2017 in Betrieb.

Wie groß ist die Anlage? Rund 608.600 Quadratmeter, also gut 60 Hektar am Südosthang des Laaer Bergs.

Warum heißt ein Teich hier Filmteich? Weil in den 1920er-Jahren rund um dieses Gewässer die Kulissen der Wiener Stummfilmproduktion standen. Unter anderem entstanden hier „Sodom und Gomorrha“ und „Die Sklavenkönigin“ unter der Regie von Michael Curtiz.

Kann man den japanischen Garten jederzeit besichtigen? Nein. Der 600 Quadratmeter große Takasakipark ist nur an bestimmten Wochentagen geöffnet. Er geht auf den japanischen Nationalbeitrag zur Gartenschau 1974 zurück und wurde in den 1990er-Jahren rekonstruiert.

Gibt es Tiere im Park? Ja, ein 4.400 Quadratmeter großes Gehege mit Alpakas, Zwergziegen und Kärntner Brillenschafen, das in eine größere Weidefläche eingebettet ist.

Ist der Park barrierefrei nutzbar? In wesentlichen Teilen ja — es gibt einen ausdrücklich barrierefreien Spielplatz aus dem Jahr 2001 und breite Hauptwege; die Hanglage bringt allerdings Steigungen mit sich.

Gästebewertungen

  1. Tanya Andreyeva

    Ein schöner Erholungsort mit abwechslungsreicher Landschaftsgestaltung

  2. Лівран Піхалитонович

    Ein sehr cooler und angenehmer Park, um sich vom Lärm der Großstadt zu erholen, es sind fast keine Menschen da, alles ist gesittet, es gibt kostenlose Toiletten und eine Quelle, wo man sich Wasser holen kann, es gibt sog…

  3. Nina Kolor

    Für mich ist das der beste Ort in Wien. Sehr ruhig und ein großes Gelände, man kann ganz für sich allein sein. Zu den Pluspunkten gehören außerdem die kostenlose Toilette und alle 400 Meter ein Trinkbrunnen.

  4. Yana Bayda

    Ein sehr toller Park. Für Kinder genau das Richtige. Viele Spielplätze für unterschiedliche Altersgruppen. Den Kindern gefallen die Seilrutschen sehr. Der Park ist groß und schön. Es gibt einen See. Es gibt einen speziel…

  5. Iryna Trach

    Außergewöhnlich! Ein wunderbarer Park zum Spazierengehen! Man spürt die Natur, ich empfehle ihn

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:52:22

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennaname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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