Die wichtigsten Öko-Trends in Wien

Wien gilt als die grünste und umweltfreundlichste Stadt Europas. Diesen Titel verdankt sie den Bemühungen der Stadtverwaltung und ihrer Einwohner. Um die Umwelt zu schützen, die Luftqualität zu verbessern und gute Lebensbedingungen für Menschen, Vögel und Tiere zu schaffen, wurden zahlreiche Öko-Trends ins Leben gerufen. Mehr dazu erfahren Sie hier viennaname.eu.

Begrünung – Rettung für die Stadt

Bäume, Blumen und Sträucher helfen, die Lufttemperatur zu senken und wirken sich positiv auf das Wohlbefinden der Menschen aus. Je mehr Grünflächen es in einer Stadt gibt, desto angenehmer ist das Leben dort. Ein anschauliches Beispiel für ökologische Innovationen im Bereich der Begrünung sind Gemeinschaftsgärten. Urban Gardening ist zu einem echten Trend geworden, der sowohl der Umwelt als auch den Bewohnern zugutekommt. In den meisten Wiener Bezirken gibt es einen Garten oder eine Anlage, in der die Menschen selbst Gemüse, Obst und Blumen für ihren eigenen Tisch anbauen können.

Einer dieser Gärten befindet sich am Donaukanal. Er wurde von der Gartenbauvereinigung „Paradiser Garden“ mit Unterstützung der Stadtverwaltung gegründet. Auf einer kleinen Fläche arbeiten rund 40 Personen. Für das Anpflanzen von Setzlingen werden Holzbottiche verwendet, die mit geeignetem Boden befüllt werden. Lokale Labors entnehmen gelegentlich Proben von Obst und Gemüse, das inmitten der Großstadt angebaut wird. Weder Pestizide noch Schwermetalle wurden jemals nachgewiesen. Jeder, der möchte, kann den Garten besuchen und sich das nehmen, was er braucht.

Dieser Öko-Trend fördert die Produktion frischer Lebensmittel und trägt zur Begrünung der Stadt bei. Gleichzeitig werden Transport- und Logistikkosten gesenkt. Pflanzen, die auf den Beeten wachsen, verbessern die Stadtökologie, reinigen die Luft und mildern die Folgen des Klimawandels.

Im Jahr 2019 entwickelte die Stadtverwaltung eine weitere Maßnahme zur Verbesserung des Stadtklimas – die Begrünung von Fassaden. Zuerst wurde dieses System von den Bewohnern des Bezirks Favoriten getestet. Ziel des Projekts ist es, die hohen Temperaturen im Stadtgebiet zu senken. Rund 50 Fassaden wurden mit Pflanzen versehen, die zweimal pro Woche gegossen und einmal jährlich professionell zurückgeschnitten werden müssen.

Ein weiterer wirksamer Trend sind die „Gründächer“. Der erste Ort, an dem er umgesetzt wurde, war das Hundertwasserhaus. Auf dessen Dach wachsen verschiedene Pflanzenarten, die Staub und Wasser aufnehmen und einen Lebensraum für Vögel und Tiere schaffen. Jedes Jahr entstehen in Wien immer mehr Gebäude mit begrünten Dächern.

Imkerei – Förderung der Artenvielfalt

Stand 2017 waren in Wien über 600 Imker und rund 200 Millionen Bienen registriert. Um den Status als eine der grünsten Städte der Welt zu festigen, erlaubte die Stadtverwaltung den Bewohnern, Bienenstöcke überall aufzustellen – sogar auf dem eigenen Balkon, was viele auch tun. Darüber hinaus installierten die Behörden Bienenstöcke auf öffentlichen Gebäuden, beispielsweise auf dem Dach des Wiener Secessionsgebäudes. Dort produzieren zwei Bienenvölker jährlich etwa 200 Kilogramm Honig. Obwohl sich direkt neben dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße befindet, bestätigen regelmäßige Kontrollen, dass der Wiener Honig unbedenklich und gesund ist.

Bemerkenswert ist, dass Honigbienen in der Stadt sehr gut gedeihen, da sie weniger Pestiziden ausgesetzt sind als auf landwirtschaftlichen Flächen.

Die Stadtverwaltung ging noch einen Schritt weiter und begann, in jedem Bezirk Honig zu sammeln. Natürlich wird dieser nur auf den Dächern geprüfter Standorte geerntet – häufig Museen, Schulen oder Universitäten. Der Honig wird anschließend verkauft, und die Einnahmen fließen in weitere umweltfreundliche Projekte. Bienen sind ein wichtiger Teil der Biodiversität, und von ihnen hängt auch das Überleben der Menschen ab. Sie produzieren wertvolle Produkte wie Honig, Wachs und Propolis. Zudem ermöglichen sie durch das Sammeln und Übertragen von Blütenpollen die Vermehrung von Pflanzen.

Erneuerbare Energie – der Weg zur Nachhaltigkeit

Im Jahr 2020 begann die Stadtverwaltung mit einer Reform der Bauvorschriften, um Wien „moderner und klimafreundlicher“ zu gestalten. Im Zuge dessen wurde die Bauordnung dahingehend geändert, dass in jedem Neubau Photovoltaikanlagen installiert werden müssen.

2023 wurde die Installation von Solaranlagen auf Parkplätzen eingeführt, um die Stromproduktion weiter zu steigern. Für die Umsetzung des Projekts wurden 1,5 Millionen Euro bereitgestellt. Bis 2023 wurden rund 5000 Photovoltaikanlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen in der ganzen Stadt installiert.

Dieser Ansatz wird Wien helfen, vollständige Klimaneutralität zu erreichen und gleichzeitig Energiekosten deutlich zu senken.

Im Bezirk Liesing liefert ein Solarkraftwerk nicht nur jährlich 1000 Megawatt erneuerbare Energie für die Hauptstadt, sondern dient auch als Lebensraum für 13 seltene Insekten- und Tierarten. Die auf einer Fläche von zwei Fußballfeldern installierten Solarpaneele haben ein Ökosystem geschaffen, das von seltenen Bewohnern wie Hamstern, Eidechsen und anderen besiedelt wird. Sie finden hier Schutz und Wärme. Insgesamt wurden in der Stadt mehr als 800 Millionen Euro in die Entwicklung der Energieversorgung investiert.

Die aktive Entwicklung und Umsetzung neuer Programme zur Verbesserung der Umwelt macht Wien zu einer sauberen Stadt, in der sichere Lebensbedingungen für die Menschen geschaffen werden.

Get in Touch

....... . Copyright © Partial use of materials is allowed in the presence of a hyperlink to us.