Park · Wien · ⭐ 9.3/10 · 11172 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:52:20
Adresse: Wallenberggasse, Am Donaupark, 1220 Wien, Österreich
Donaupark — Wiens Gartenschau-Landschaft zwischen Alter und Neuer Donau
Wo heute Rosenterrassen, ein Schilfsee und die größte Festwiese der Stadt liegen, befand sich bis in die 1960er-Jahre die Mülldeponie von Wien, davor ein militärischer Schießplatz. Aus diesem Untergrund wurde in wenigen Jahren eine der ehrgeizigsten Parkanlagen Mitteleuropas modelliert: Gelände der Wiener Internationalen Gartenschau 1964, überragt von einem 252 Meter hohen Turm, der bis heute das höchste Bauwerk Österreichs ist. Der Donaupark ist deshalb kein gewachsener Landschaftsgarten, sondern gebauter Optimismus der Nachkriegsmoderne — großzügig, offen, auf Massenbetrieb ausgelegt und trotzdem voller stiller Ecken, in denen vom Verkehr nichts mehr zu hören ist. Auf rund 63 Hektar treffen Hochhaussilhouette, Rosensammlung und Feuchtbiotop unmittelbar aufeinander.
Höhepunkte
- Donauturm — 1964 gemeinsam mit dem Park zur Gartenschau eröffnet, 252 Meter hoch und damit das höchste Bauwerk Österreichs. Der Aufzug bringt Besucher in etwa 35 Sekunden auf die Aussichtsterrasse in 150 Metern Höhe; darüber liegen zwei sich drehende Restaurantebenen. Der Turmbesuch ist kostenpflichtig, der Park darunter nicht.
- Papstwiese mit Papstkreuz — eine rund 20 Hektar große Freifläche, auf der am 11. September 1983 etwa 300.000 Menschen die Messe mit Papst Johannes Paul II. feierten. Das dafür errichtete Stahlkreuz ist rund 40 Meter hoch und wurde 2011 generalsaniert.
- Irissee — über 25.000 Quadratmeter Wasserfläche, 1993 renaturiert. Flach auslaufende Ufer, Schilf- und Rohrkolbenzonen wirken als natürliche Filteranlage; im Frühsommer blühen hier die namensgebenden Schwertlilien.
- Rosarium — eine Sammlung mit über 1.000 Rosensorten, terrassiert angelegt und ergänzt durch Kaskadenbecken von rund 2.200 Quadratmetern Fläche, die samt Wasserläufen saniert wurden.
- Japanischer Garten — ursprünglich Beitrag zur Gartenschau 1964 nach Plänen des Architekten Kunsaku Nakame, in den frühen 1990er-Jahren rekonstruiert und am 4. Mai 1992 feierlich wiedereröffnet.
- Donauparkbahn — eine Schmalspurbahn mit 381 Millimeter Spurweite, die auf einem 3,4 Kilometer langen Rundkurs mit drei Stationen in etwa 20 Minuten durch den ganzen Park fährt.
Was dich erwartet
Der Donaupark ist als Schaugelände geplant worden und funktioniert bis heute nach dieser Logik: breite Hauptachsen, weite Sichtbeziehungen, dazwischen abgesenkte Gartenräume, die wie eigene Zimmer wirken. Über 32.000 Quadratmeter sind allein als Spiel- und Sportflächen ausgewiesen. Wer vom Haupteingang zum Irissee geht, durchquert in wenigen Minuten Wiesenlandschaft, Rosenterrassen, Gehölzgruppen und Uferschilf.
- Drei Kinderspielplätze mit Sandbereichen, Schaukeln, Rutschen und Kletterkombinationen
- Acht Ballspielflächen für Basketball, Fußball, Tischtennis, Boccia und Tennis
- Sieben Schachtische sowie vier bodenebene Schachfelder für Großfiguren
- Zwei Skateflächen, ein Trampolin und ein eigener Rodelhügel für den Winter
- Ein Motorikbereich mit Geräten für Gleichgewicht, Koordination und Kraft im Freien
- Die Schmetterlingswiese, ein extensiv gepflegter Wiesenbereich, der zu den artenreichsten städtischen Lebensräumen Europas gezählt wird und zuletzt um ein Feuchtbiotop erweitert wurde
Was man unternehmen kann — und für wen
- Familien mit kleinen Kindern — die Kombination aus Parkbahn, Spielplätzen und Tiererlebnis am Wasser füllt einen ganzen Nachmittag, ohne dass ein Weg zu weit wird.
- Läufer und Radfahrer — flaches, weitgehend kreuzungsfreies Wegenetz, das direkt an die Uferwege von Alter und Neuer Donau anschließt; Runden lassen sich beliebig verlängern.
- Pflanzeninteressierte — Rosarium, Iriszonen, Staudenpflanzungen und die Reste der Gartenschau-Themengärten ergeben über die Saison eine durchgehende Blühfolge.
- Fotografen — nirgends sonst in Wien stehen Turmsilhouette, Hochhäuser der internationalen Organisationen und eine Schilflandschaft so nah beieinander.
- Ruhesuchende und Ältere — schattige Rundwege, viele Bänke, Schachtische und die abgesenkten Gartenräume abseits der Hauptachsen.
- Geschichtsinteressierte — Denkmäler, Gedenktafeln und der Umgang mit der eigenen Vorgeschichte machen den Park zu einem Freiluftarchiv des 20. Jahrhunderts.
Anfahrt & Praktisches
Der Park liegt im 22. Bezirk, der Donaustadt, auf der Landzunge zwischen Alter und Neuer Donau. Mit der U-Bahn erreicht man ihn über die Linie U1, Station Kaisermühlen-Vienna International Centre am Südrand oder Station Alte Donau am Nordwestrand; beide liegen wenige Gehminuten vom Parkrand entfernt. Buslinien 20A, 20B, 92A und 92B halten rundum. Das Gelände ist nicht umzäunt, frei zugänglich und rund um die Uhr betretbar; Eintritt wird nicht verlangt. Kostenpflichtig sind nur die Zusatzangebote wie Turmauffahrt und Parkbahn. Hunde müssen im gesamten Park an der Leine geführt werden. Für einen Rundgang mit Irissee und Rosarium sollte man zwei bis drei Stunden einplanen; wer den Turm, die Parkbahn und die Spielflächen mitnimmt, verbringt hier leicht einen halben Tag.
Wann besuchen
Im Frühling zieht die Blühfolge von den Zwiebelpflanzungen über die Gehölzblüte bis zu den Schwertlilien am Irissee, die im Mai und Juni ihren Höhepunkt haben — das ist die botanisch dichteste Zeit des Jahres. Der Sommer gehört den Rosen, die von Juni bis in den September durchblühen, und den weiten Wiesen, auf denen abends halb Donaustadt liegt; die schattigen Gehölzgruppen und die Wasserflächen halten die Temperatur spürbar unter der des umliegenden Stadtgebiets. Der Herbst färbt die großen Baumgruppen und macht die Fernsicht klar — die beste Zeit für den Blick vom Turm über das Donautal bis zum Wienerwald. Im Winter bleibt der Park offen und wird flach und weit; der Rodelhügel läuft nach Schneefall sofort an, die Schilfzone am Irissee friert häufig zu und die Wege sind auch bei Frost gut begehbar.
Gut zu wissen
Die Vorgeschichte des Geländes ist ungewöhnlich düster. Von 1871 bis 1945 lag hier der Schießplatz Kagran; während der NS-Zeit fanden auf dem Areal Hinrichtungen statt, woran seit dem 5. November 1984 eine Gedenktafel erinnert. Parallel dazu diente die Fläche von etwa 1880 bis 1964 als Ablagerungsplatz für den Wiener Müll, ergänzt um Kokslager und Verarbeitungsanlagen. Am Rand entstanden Notsiedlungen: das 1929 legalisierte Bruckhaufen und das illegal gebliebene Bretteldorf, für dessen Bewohner 1917 eine kleine russisch-orthodoxe Kapelle errichtet wurde, im Volksmund Russenkircherl. Erst die Wiener Internationale Gartenschau machte aus der Deponie einen Park: Am 16. April 1964 wurde die Anlage gemeinsam mit dem Donauturm eröffnet. Ab 1979 wuchs im Süden das Vienna International Centre heran, sodass der Park heute unmittelbar an einen Amtssitz der Vereinten Nationen grenzt. Diese internationale Nachbarschaft spiegelt sich in den Denkmälern wider: Im Park stehen Standbilder für Salvador Allende, José Martí, José de San Martín, Simón Bolívar, Ernesto Che Guevara, José Gervasio Artigas sowie für den aserbaidschanischen Komponisten Üzeyir Hacıbəyov. Seit 2023 wurden rund 15.000 Quadratmeter entsiegelt und begrünt, dabei 61 Bäume neu gepflanzt und mehr als 1.200 Quadratmeter Ziergras- und Staudenbeete angelegt. Das Korea-Kulturhaus im ehemaligen Restaurantgebäude besteht seit 2011.
Besuchertipps
- Wer die Parkbahn mitfahren will, sollte den Fahrplan vorab prüfen — sie verkehrt saisonal und nicht ganzjährig.
- Für die Rosenblüte ist der frühe Vormittag ideal: weiches Licht, kaum Betrieb an den Kaskadenbecken und deutlich intensiverer Duft als in der Mittagshitze.
- Turm und Park lassen sich gut kombinieren: erst der Rundgang unten, dann die Auffahrt am späten Nachmittag, wenn die Sicht über Donau und Stadt am kontrastreichsten ist.
Fragen & Antworten
Kostet der Donaupark Eintritt? Nein. Der Park ist frei zugänglich und nicht umzäunt. Nur einzelne Einrichtungen im Park, etwa die Auffahrt auf den Donauturm oder eine Fahrt mit der Parkbahn, sind kostenpflichtig.
Wie groß ist der Park? Rund 633.000 Quadratmeter, also etwa 63 Hektar. Allein die Papstwiese nimmt davon rund 20 Hektar ein, über 32.000 Quadratmeter entfallen auf Spiel- und Sportflächen.
Wie kommt man am schnellsten hin? Mit der U1: Station Kaisermühlen-Vienna International Centre für den Süden mit Turm und Papstwiese, Station Alte Donau für den Nordwesten mit Irissee. Ergänzend halten die Buslinien 20A, 20B, 92A und 92B am Parkrand.
Was war hier vor dem Park? Ein Militärschießplatz und eine städtische Mülldeponie. Erst zur Wiener Internationalen Gartenschau 1964 wurde das Gelände aufgeschüttet, modelliert und bepflanzt.
Darf man Hunde mitnehmen? Ja, sie müssen aber im gesamten Park an der Leine geführt werden.
Wofür steht das große Kreuz auf der Wiese? Es erinnert an die Messe von Papst Johannes Paul II. am 11. September 1983, zu der rund 300.000 Menschen kamen. Das rund 40 Meter hohe Stahlkreuz wurde 2011 saniert.
Lohnt sich der Park auch im Winter? Ja. Er bleibt durchgehend offen, der Rodelhügel wird nach Schneefall genutzt, und die klare Winterluft liefert die weitesten Ausblicke vom Turm.
Gibt es Spielmöglichkeiten für ältere Kinder? Ja: zwei Skateflächen, acht Ballspielfelder, ein Trampolin, Schachtische und ein Motorikbereich mit Geräten für Balance und Koordination.
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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:52:20
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennaname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Ein wunderbarer Ort zum Erholen. Ein kleiner See, Springbrunnen, Rutschen für Kinder, ein Bähnchen, das Sie durch den Park fährt, Tische im Schatten, Schwäne, Enten, andere Vögel, Fische, …, riesig hohe Hainbuchen. Und…
Ein wunderbarer Ort zum Erholen, Spazieren, Joggen…
Ein riesiger und schöner Park, in dem nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene Unterhaltung finden
Schön, ich empfehle allen, hinauf zum Restaurant zu fahren. Eine Pracht!
Ein großer und weitläufiger Park, ein schöner Ort zum Erholen ✅️ Durch den Park kann man mit einem kleinen Zug fahren