Park · Wien · ⭐ 9.7/10 · 7134 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:52:22
Adresse: Hasenauerstraße Türkenschanzpark, 1180 Wien, Österreich
Türkenschanzpark — Wiens englischer Landschaftspark auf einem Schlachtfeld von 1683
Der Türkenschanzpark ist der wohl gestalterisch reichste Park Wiens außerhalb der Innenstadt: rund 150.000 Quadratmeter künstlich modellierte Hügellandschaft mit Wasserfall, Teichen, Aussichtsturm, Bachläufen und einem Baumbestand, der einer botanischen Sammlung gleichkommt. Angelegt wurde er auf jenem Höhenrücken, auf dem 1683 während der zweiten Türkenbelagerung Schanzen lagen — daher der Name. Was hier ab den 1880er-Jahren entstand, ist bewusst kein barockes Achsensystem, sondern ein englischer Landschaftspark: geschwungene Wege, wechselnde Blickpunkte, künstliche Höhenunterschiede und immer wieder überraschende Ausblicke, die den Eindruck erzeugen, die Anlage sei viel größer, als sie tatsächlich ist.
Höhepunkte
- Paulinenwarte — der 23 Meter hohe Ziegelturm auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel, errichtet 1888 nach Plänen von Anton Krones sen. (1848–1912). Er diente ursprünglich zugleich als Wasserbehälter für die Bewässerung des Parks. 1909 wurde er nach Fürstin Pauline von Metternich benannt, die zahlreiche exotische Pflanzen für den Park stiftete; nach rund 25 Jahren Sperre ist der Turm seit 2010 wieder begehbar.
- Wasserlandschaft — rund 6.500 Quadratmeter Wasserfläche verteilen sich auf Bergsee, Waldteich, Bachläufe, eine auenartige Partie und mehrere Brunnen; der Wasserfall gehört zu den meistfotografierten Motiven Währings.
- Botanischer Baumbestand — Zierbäume aus China, Japan und Nordamerika, darunter Mammutbäume, Scheinzypressen und zahlreiche Eichenarten; die Nähe zur Universität für Bodenkultur hat die Artenauswahl über Jahrzehnte geprägt.
- Yunus-Emre-Brunnen — 1991 vom türkischen Botschafter gestiftet und dem Dichter Yunus Emre gewidmet; die Geste greift den historischen Namen des Ortes auf und dreht ihn ins Freundschaftliche.
- Denkmäler — im Park stehen Erinnerungszeichen für Adalbert Stifter, Franz Marschner, Emmerich Kálmán, Leon Askin und Arthur Schnitzler; sie machen die Runde nebenbei zu einem Gang durch die österreichische Kultur- und Literaturgeschichte.
- Alpine Rarität — auf den trockenen Hangpartien blühen im April und Mai Berg-Kuhschellen, eine für Stadtparks höchst ungewöhnliche Erscheinung.
Was dich erwartet
Der Park liegt an einem Hang und nutzt das konsequent: Vom höchsten Punkt bei der Warte fällt das Gelände in mehreren Stufen ab, dazwischen liegen Wiesen, dichte Gehölzpartien, Teiche und offene Aussichtsplateaus. Anders als in den flachen Anlagen der Stadt gehört hier das Steigen zum Programm — und mit ihm der ständige Wechsel von Sonne, Schatten und Wasserrauschen.
- Fünf Kinderspielplätze, einer davon mit eigenem Wasserspielbereich
- Sportangebot mit zwei Basketballplätzen, einem Fußballfeld, einem Beachvolleyballfeld, einer Slackline-Anlage, einer Skatefläche, vier Tischtennistischen und Schachtischen
- Ein Netz geschwungener Wege mit deutlichen Höhenunterschieden, gut für Ausdauerrunden
- Ruhige Sitzplätze an Bergsee und Waldteich, teils direkt am Wasser
- Zwei ausgewiesene Hundefreilaufzonen; sonst gilt im Park Leinenpflicht
- Ein gastronomischer Betrieb im Park, der die klassische Wiener Meierei-Tradition der Anlage fortsetzt
Was man unternehmen kann — und für wen
- Läufer mit Ambition — die Höhenunterschiede machen Runden hier deutlich anstrengender als in flachen Parks; wer Steigungen trainieren will, findet in den inneren Bezirken kaum eine bessere Adresse.
- Familien — fünf Spielplätze in unterschiedlichen Altersstufen, dazu Wasserspiel im Sommer und flache Wiesen zum Ausbreiten.
- Botanikinteressierte — der Gehölzbestand aus drei Kontinenten lässt sich als eigene Runde lesen, von Mammutbaum bis Eichensammlung.
- Studierende und Beschäftigte der Nachbaruniversität — der Park grenzt an den Universitätsstandort und dient als Lern-, Pausen- und Treffpunktfläche.
- Aussichtssuchende — von der Paulinenwarte reicht der Blick über die Stadt bis in den Wienerwald; das ist einer der wenigen frei zugänglichen Höhenpunkte im Nordwesten Wiens.
- Fotografen und Zeichner — Wasserfall, Teiche, Warte und alter Baumbestand liefern über alle Jahreszeiten hinweg vollständig unterschiedliche Bilder.
Anfahrt & Praktisches
Der Park liegt im 18. Bezirk, in Währing, und reicht mit seinem Nordrand bis nach Oberdöbling. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man ihn am direktesten mit den Buslinien 10A und 40A, die an der Station Türkenschanzpark halten; die Straßenbahnlinien 40 und 41 bringen einen bis Aumannplatz, von wo es zu Fuß leicht bergauf geht. Die nächste U-Bahn-Anbindung ist die Linie U6, Station Währinger Straße-Volksoper. Der Park ist nicht umzäunt, frei zugänglich und kostet keinen Eintritt; auch der Aufstieg auf die Warte ist an ihren Öffnungstagen ohne Ticket möglich, allerdings nur zu bestimmten Zeiten und nicht ganzjährig. Für eine vollständige Runde inklusive Warte, Wasserfall und Teichen sollte man 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Wegen des Hangs sind manche Abschnitte steil, die Hauptwege sind aber breit und gut befestigt.
Wann besuchen
Der Frühling gehört den Blühgehölzen aus Ostasien und Nordamerika sowie den Berg-Kuhschellen auf den Trockenhängen, die im April und Mai erscheinen — das ist botanisch die intensivste Phase des Jahres. Im Sommer wirkt der Hang wie eine natürliche Klimaanlage: Die dichten Gehölzpartien, der Wasserfall und die Teiche halten die Temperatur unter jener der umliegenden Straßenzüge, und der Wasserspielplatz läuft auf vollen Touren. Der Herbst ist die stärkste Zeit für die Fernsicht: Die exotischen Gehölze färben sich zeitversetzt zu den heimischen, sodass sich die Anlage über Wochen hinweg immer wieder anders zeigt, und von der Warte reicht der Blick bei klarer Luft am weitesten. Im Winter tritt die Modellierung des Geländes hervor — Hügel, Senken und Wegeschleifen sind ohne Laub erst richtig lesbar, und nach Schneefall werden die Hänge zum Rodelgelände des Bezirks.
Gut zu wissen
Der Name geht auf die Türkenschanze zurück, die Befestigungsanlagen auf diesem Höhenrücken während der zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683. Als das Gelände im 19. Jahrhundert in den Blick der wachsenden Stadt geriet, bildete sich 1883 ein Parkkomitee, dessen Vizepräsident der Architekt Heinrich von Ferstel war. Die Gestaltung übernahm der Wiener Stadtgärtner Gustav Sennholz (1850–1895); das Restaurationsgebäude entwarf Wilhelm Stiassny (1842–1910). Eröffnet wurde die Anlage am 30. September 1888 durch Kaiser Franz Joseph I., mit 1. Jänner 1892 ging sie in das Eigentum der Stadt Wien über. Zwischen 1908 und 1910 folgte die große Erweiterung unter Heinrich Goldemund und Wenzel Hybler, die dem Park seine heutige Ausdehnung gab. 1926 entstand ein Kinderfreibad, das nach dem Krieg 1945 wieder öffnete und 1991 endgültig geschlossen wurde; im selben Jahr wurde der Yunus-Emre-Brunnen enthüllt. 1999 kamen rund 2.500 Quadratmeter Sportfläche samt Skateanlage dazu. Die Paulinenwarte, seit 1888 das Wahrzeichen der Anlage, war rund ein Vierteljahrhundert gesperrt und wurde 2010 wieder für Besucher geöffnet. Dass der Park botanisch so ungewöhnlich bestückt ist, hängt mit zwei Faktoren zusammen: den Pflanzenspenden von Fürstin Pauline von Metternich und der unmittelbaren Nachbarschaft zur Universität für Bodenkultur, deren Standort an den Park grenzt.
Besuchertipps
- Die Öffnungstage der Paulinenwarte vorab prüfen — der Turm ist nicht durchgehend zugänglich, und ohne Aufstieg fehlt der beste Blick der Anlage.
- Von unten nach oben gehen und erst am Schluss zur Warte: So arbeitet man sich durch Teiche, Wasserfall und Gehölzsammlung und endet mit dem Panorama.
- Bei Hitze lohnt der Weg entlang der Wasserläufe statt über die offenen Wiesen — der Temperaturunterschied ist an heißen Nachmittagen deutlich spürbar.
Fragen & Antworten
Kostet der Türkenschanzpark Eintritt? Nein. Der Park ist frei zugänglich, nicht umzäunt und rund um die Uhr betretbar.
Kann man die Paulinenwarte besteigen? Ja, seit 2010 wieder — allerdings nur an bestimmten Tagen und Zeiten, nicht ganzjährig. Der Turm ist 23 Meter hoch und stammt aus dem Jahr 1888.
Woher kommt der Name? Von den Schanzen, die 1683 während der zweiten Türkenbelagerung auf diesem Höhenrücken lagen. Der Name der Anlage bewahrt diese militärische Vorgeschichte.
Wann wurde der Park eröffnet? Am 30. September 1888 durch Kaiser Franz Joseph I. Seit 1. Jänner 1892 gehört er der Stadt Wien; 1908 bis 1910 wurde er deutlich erweitert.
Wie groß ist die Anlage? Rund 150.000 Quadratmeter, davon etwa 6.500 Quadratmeter Wasserflächen mit Bergsee, Waldteich, Bachläufen und Brunnen.
Gibt es Spielplätze? Fünf Stück, einer davon mit Wasserspielbereich. Dazu kommen Basketball, Fußball, Beachvolleyball, Slackline, Skatefläche, vier Tischtennistische und Schachtische.
Dürfen Hunde frei laufen? Nur in den zwei ausgewiesenen Freilaufzonen. Im übrigen Park gilt Leinenpflicht.
Was macht den Baumbestand besonders? Die Zierbäume stammen aus China, Japan und Nordamerika; dazu kommen Mammutbäume, Scheinzypressen und mehrere Eichenarten. Die Sammlung geht auf Pflanzenstiftungen und die Nachbarschaft zur Universität für Bodenkultur zurück.
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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:52:22
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Ein sehr schöner Park zum Spazieren und Laufen! Es gibt tolle Spielplätze!
Eine wunderbare Pflanzensammlung. Früher war das ein botanischer Garten, deshalb ist es sehr grün und angenehm.
Ein unglaublich schöner und großer Park. Es gibt tolle Spielplätze für Kinder. Außerdem mehrere kleine Seen und Springbrunnen. Getrennte Zonen zum Ausführen von Hunden. Ebenfalls auf dem Parkgelände gibt es ein Restauran…